Burgenland will Dänemark werden

Das Burgenland will bei den Corona-Impfungen bis 11. November eine Quote von über 80 Prozent bei der impfbaren Bevölkerung erreichen. Dann soll es wie in Dänemark Lockerungen geben, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Freitag bei einer Pressekonferenz, bei der er die Teilnahmebedingungen für die Impf-Lotterie bekannt gab. Im gehe es vor allem um Aufklärung und positive Anreize, anstatt einer Diskussion über Impfpflicht oder Kontrolle der Maskenpflicht.

red/Agenturen

Im Burgenland sind derzeit 77 Prozent der impfbaren Bevölkerung geimpft. Zwar steigen auch hierzulande die Fallzahlen, es zeige sich aber, dass es auf den Intensivstationen keinerlei Steigerung gebe seit August. Statistisch gesehen werde dort aktuell ein Patient behandelt. „Das ist ein hervorragender Wert und das ist zum Gutteil mit der hohen Impfrate zu erklären“, meinte Doskozil, der sich bei der Bevölkerung bedankte, die vorangegangenen Maßnahmen mitgetragen zu haben: „Jetzt fühlen wir uns in der Lage, auch positiv in die Zukunft zu blicken."

Doskozil spricht sich gegen eine Verpflichtung oder eine Stigmatisierung der Ungeimpften aus: „Mir geht es nicht darum, auf die Gruppe der Ungeimpften loszugehen und zu sagen 'Wie weit kann man diese Gruppe so weit sekkieren, bis sie sich impfen lässt'. Diesen Zugang halte ich für falsch." Viel eher brauche es positive Anreize und Information. Im Burgenland startet daher am morgigen Samstag eine Lotterie für alle Geimpften. Ziel ist es, bis zum Landesfeiertag am 11. November 10.000 Personen zum Pieks zu animieren. Teilnahmeberechtigt sind alle geimpften Burgenländer (Hauptwohnsitz), also auch jene, die ihren Stich bereits erhalten haben.

Wichtig sei aus datenschutzrechtlichen Gründen die Anmeldung ab Samstag auf der Homepage burgenlandimpft.at. Auch wichtig: Die Lotterie startet nur, wenn in den nächsten zwei Monaten auch tatsächlich 10.000 weitere Personen geimpft werden.

Bei Herdenimmunität soll es die Möglichkeit geben, auf Maßnahmen zu verzichten

„Wenn wir nur 9.900 erreichen, gibt's auch keine Lotterie. Sonst hätten wir die Preise gleich ausspielen können“, betonte Doskozil. Zu gewinnen gibt es insgesamt 1.000 Preise, als Hauptpreise winken drei Autos - ein Golf GTI, ein Mini Cabrio und ein E-Fahrzeug.

Der Landeshauptmann betonte, dass man sich die Preise nicht sponsern lassen werde, sondern sie von der öffentlichen Hand finanziert werden. Er verwies auf die Kosten für Intensivpatienten - 3.600 Euro pro Tag - und die Kosten der Lockdowns für die Wirtschaft und das Landesbudget. So habe sich das Defizit des Landes verdoppelt und auch für das Budget 2022 werde über einen zusätzlichen Verschuldungsgrad diskutiert, insofern sei die Lotterie als Anreiz vertretbar.

Die Frage, ob jemand eine Veranstaltung durchführe, entscheide jeder einzelne, ein Verein oder eine Partei: „Da kann man nur appellieren, im Interesse der Gemeinschaft zu entscheiden." Ein starkes Augenmerk müsse auf der Kontrolle der 3G-Regeln liegen und hierzu werden 50 Mitarbeiter aus den Testzentren herangezogen.

Wenn die Quote dann jenseits der 80 Prozent liegt und in Richtung Herdenimmunität geht, soll es wie in Dänemark die Möglichkeit geben, auf Maßnahmen zu verzichten. Dänemark als Ziel habe übrigens Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ausgegeben, so Doskozil. Die Sieben-Tages-Inzidenz hält er weiterhin für einen wichtigen Indikator, Doskozil plädiert allerdings dafür, auch die Impfquote und Auslastung der Intensivstationen heranzuziehen.

 
© medinlive | 30.11.2021 | Link: https://www.medinlive.at/gesundheitspolitik/burgenland-will-daenemark-werden