Corona-Impfung

Bundesländer adaptieren Impfpläne „stündlich"

Die Schwierigkeiten rund um die Lieferungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca schlagen sich auch in den Impfplänen der Bundesländer nieder. Diese müssten zum Teil laufend adaptiert werden, wie die Verantwortlichen erklärten. „

red/Agenturen

In der Bundeshauptstadt Wien ändert sich die Impfplanung „täglich bis stündlich“, wie ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) betonte. So wurden beispielsweise in der Vorwoche rund 3.500 Dosen weniger geliefert als ursprünglich avisiert worden war. Auch in dieser Woche fiel die Liefermenge geringer aus. Aus diesem Grund und auch, weil die Stadt die zeitgerechten Zweitstiche garantieren möchte, konnten zuletzt weniger Erstimpfungen durchgeführt werden. Allerdings gebe es vom Bund die Zusage für Nachlieferungen in den kommenden Wochen, wo dann wiederum mehr Erststiche gesetzt würden wie noch in der aktuellen Planung vorgesehen.

In der Praxis bedeutet das: Ursprünglich war etwa vorgesehen gewesen, dass die Bewohner und Mitarbeiter in den Seniorenheimen und Pflegewohnhäusern mit der Kalenderwoche sechs (8. bis 14. Februar) ihre Erststiche hätten erhalten sollen. Dies wird nun zwei Wochen später der Fall sein. Ziel ist die „Vollimmunisierung“ in den Seniorenheimen und Pflegewohnhäusern bis Mitte März. Weiterhin Plan ist, dass Mitte Februar mit der Impfung der Über-80-Jährigen und den Hochrisikopatientinnen und -patienten (Beispiele: Krebs, chronische Dialyse, Diabetes mellitus Typ I und Typ II) begonnen wird. Letztere werden nach Alter gestaffelt kontaktiert. Als nächste Gruppe sind dann die Risikopatienten (Beispiele: Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz) dran.

Vorarlberg impft breite Bevölkerung ab 2. Quartal

Auch in Vorarlberg werde der Impfplan laufend angepasst, schließlich hänge alles von den Impfstofflieferungen ab. Bis Donnerstag ließen sich im Ländle über 106.000 Personen zur Impfung vormerken. Rund 12.700 davon sind bereits geimpft, davon 330 auch bereits zum zweiten Mal. Im Laufe dieser Woche sollen die Impfungen in den insgesamt 49 Seniorenheimen abgeschlossen werden, hieß es seitens des Landes. Bisher ließen sich rund 80 Prozent der Bewohner und 50 Prozent des Personals dort immunisieren. Im Februar kommen in der nächsten Phase Über-80-Jährige, die daheim leben, dran. Sie werden aus der Vormerkplattform gefiltert und kontaktiert. Man erwarte für diese Gruppe im Februar 585 Biontech/Pfizer-Ampullen pro Woche sowie Moderna-Impfstoff für 600 Personen, so das Land. Ab dem zweiten Quartal hofft Vorarlberg, mit der Immunisierung der breiten Bevölkerung beginnen zu können.

In Salzburg will man trotz der offenen Fragen um Liefermengen und -daten an der Impfstrategie festhalten. Mit Stand Mittwoch wurden bisher 11.820 Impfungen verabreicht. Geimpft wurden laut Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) rund 8.500 Bewohner und Mitarbeiter in den Seniorenheimen und rund 3.500 Menschen in den Spitälern, das seien rund 40 Prozent der Krankenhausmitarbeiter. Mitte Februar startet die Immunisierung der rund 4.000 niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und jener etwa 1.000 Sanitäter, die in den Covid-Teststationen arbeiten oder mit Infizierten in Berührung kommen. Ab 1. Februar können sich dann alle über 80-Jährigen (rund 30.000 Menschen) und Hochrisikopatienten (rund 2.200 Personen) anmelden. Hier dürften die Impfungen Anfang März beginnen. Zu diesem Zeitpunkt soll das Anmeldeportal dann für alle über 65-Jährigen, je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe möglicherweise auch gleich für alle Impfwilligen geöffnet werden.

Die Impfungen in Altersheimen will man in Oberösterreich bereits in dieser Woche abgeschlossen haben. Dann sollen 43.000 Menschen eine Erstimmunisierung erhalten haben. Wenn keine weiteren Lieferungen kommen, dürfte es im Februar aber nur Zweitimpfungen geben. Erhält AstraZeneca die Zulassung, könne man im Februar Erstimpfungen an weiteren 25.000 bis 28.000 Personen vornehmen, erwartet LHStv. Christine Haberlander (ÖVP), die zweite Dosis soll vorerst sicherheitshalber zurückgelegt werden. Insgesamt gibt es in Oberösterreich rund 80.000 Über-80-Jährige. Man gehe davon aus, dass man bis Monatsende rund ein Drittel aus diese Altersgruppe geimpft haben werde. Impfkoordinator Franz Schützeneder stellte zu dem Thema fest, man denke „in mehreren Varianten“. Alles sei davon abhängig, wer wann wie viel liefert und für welche Personengruppe.

Anfang Februarwoche: Impfung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

In Niederösterreich wird in der kommenden Woche wie geplant mit der Impfung der etwa 3.000 niedergelassenen Ärzte begonnen. Wann mit der Immunisierung von Personen über 80 Jahren, die nicht in Heimen wohnen, gestartet werden kann, sei abhängig von der Entscheidung der EU-Arzneimittelagentur EMA zur Zulassung des Vakzins von AstraZeneca, hieß es seitens Notruf Niederösterreich am Donnerstag auf Anfrage. Für die Allgemeinbevölkerung soll die Injektion jedenfalls im zweiten Quartal zur Verfügung stehen.

Der steirische Impfkoordinator Michael Koren versicherte, dass man weiterhin auf Kurs sei: „In der Planung für die kommenden zwei Wochen ist die Zweitimpfung der Pflegewohnheime bzw. Covid-Stationen vorrangig.“ Sobald weiterer Impfstoff zur Verfügung stehe, würden gemäß der Impfstrategie des Bundes zunächst die Covid-Stationen in den Spitälern fertig geimpft, dann die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte. „In der weiteren Folge wird über den niedergelassenen Bereich mit der Impfung der über 80-Jährigen als auch Hochrisikogruppen begonnen.“

Keine Adaptierung des Impfplans stand vorerst in Tirol an. Dies könne sich freilich aber ändern, sollte es zu groben Engpässen kommen. Zu Beginn der Woche hatte es geheißen, dass nunmehr Über-80-Jährige, die außerhalb einer Einrichtung leben, geimpft werden sollen, nachdem die Impfungen in Alters- und Pflegeheimen weitgehend abgeschlossen worden waren. Rund 28.000 Menschen dieser Altersgruppe haben sich für die Impfung angemeldet. 16.571 Impfdosen wurden mit Stand Mittwochabend bisher nach Tirol ausgeliefert und wohl auch verimpft.

 

Impfdose Vakzin Impfstoff
Israel ist für Biontech/Pfizer quasi ein Modellland. Die israelische Regierung stellt den Firmen im Gegenzug für Impfstoff-Lieferungen Daten der Impfungen zur Verfügung.
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