Coronavirus

Portugals Regierungschef schlägt in Pandemie Alarm

Portugal befindet sich nach den Worten von Ministerpräsident Antonio Costa in der schwersten Phase der Coronavirus-Pandemie. „Wir werden diesen schlimmsten Moment noch für ein paar weitere Wochen haben, das ist sicher“, sagte Costa dem Sender TVI am Donnerstag. Portugal gehört zu den Ländern, in denen sich eine gefürchtete mutierte Form des Virus derzeit am schnellsten verbreitet.

red/Agenturen

Die portugiesische Regierung hat bei den EU-Partnern bereits um Hilfe gebeten. Allerdings braucht das Land vor allem Ärzte und Pflegepersonal. Portugal registrierte bisher insgesamt 668.951 Positiv-Tests. 11.305 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Am Mittwoch wurde mit 293 neuen Todesfällen die bisherige Tageshöchstzahl gemeldet. Als wichtig geltende Kennziffern wie die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Toten pro eine Million Einwohner sind in Portugal derzeit die weltweit höchsten.

Einige Krankenhäuser melden bereits ein Mangel an freien Betten. Auch Sauerstoffgeräte sind rar, und das medizinische Personal ist stark überlastet. „Es ist kein Ende in Sicht“, sagte eine Krankenschwester des Cascais Krankenhauses in der Nähe von Lissabon der Nachrichtenagentur Reuters. Vor dem größten Krankenhaus des Landes, dem Santa Maria in der Hauptstadt, stauten sich am Mittwochabend mehr als 20 Rettungswagen, die auf freie Betten warteten. Auch mit dem Impfen geht es schleppend voran. Drei Ärzte-Gewerkschaften erklärten, dass Tausende Mediziner noch keinen ausreichenden Schutz erhalten hätten.

Noch am Donnerstag wollte die Regierung ihre Pläne für die weitere Impfstrategie vorlegen. Costa sagte, die Lage habe sich vor allem deshalb so zugespitzt, weil die Regierung die Auflagen zwischen Weihnachten und Silvester zu sehr gelockert habe. Zudem habe sich die zuerst in Großbritannien aufgetretene Mutante in Portugal sehr schnell verbreitet. Costa räumte ein, in der Krise nicht immer klar genug kommuniziert zu haben.