Coronavirus

AGES änderte Hospitalisierungsdaten am Dashboard

Nachdem die bisherige Darstellung der Hospitalisierungsdaten am Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) für viel Kritik gesorgt hat, ist diese geändert worden. Die neue Auswertung schlüsselt die Belegung in den Bundesländern und Gesamtösterreich bezüglich Covid-Patienten, Nicht-Covid-Patienten und tagesaktuell freier Betten auf. Für Dienstag zeigt sich, dass der systemkritische Schwellenwert in den drei östlichen Bundesländern überschritten wurde.

red/Agenturen

Der Schwellenwert liegt bei 33 Prozent. Bei einer Überschreitung kann man davon ausgehen, dass die Covid-Patienten bereits in deutliche Konkurrenz mit anderen intensivpflichtigen Patienten treten, erläuterte das Gesundheitsministerium in einer Aussendung. Die Corona-Kommission definiert eine Auslastung aller tatsächlich aufgestellten Intensivbetten für Erwachsene in der Höhe von 33 Prozent als Schwellenwert für ein sehr hohes Systemrisiko. Um dies zu verhindern, werden zunächst bei noch mittlerer Auslastung (zwischen zehn und 30 Prozent) kontinuierlich elektive Eingriffe, die eine anschließende intensivmedizinische Betreuung erfordern könnten, verschoben. Mit steigendem Covid-19-Belag wird zunehmend pflegerisches und ärztliches Personal aus anderen qualifizierten Bereichen (OP-Personal, Anästhesie, Interne, notärztlicher Bereich) auf den Intensivstationen eingesetzt.

In Wien waren am Dienstag bereits 47 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Für das Burgenland weist die AGES einen Belag von 44 Prozent auf, dessen ungeachtet hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch verkündet, dass das Burgenland den Corona-Lockdown am Sonntag beendet. Am Montag öffnen die Schulen und der Handel.

Deutlich über der 33-Prozent-Schwelle liegt auch Niederösterreich. Hier waren am Dienstag 40 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Noch knapp unter der Grenze war Oberösterreich, das einen Wert von 30 Prozent ausmacht. Für ganz Österreich listete die AGES eine Covid-Auslastung von 29 Prozent auf. 47 Prozent der Intensivbetten waren mit anderen Patienten belegt, lediglich 24 Prozent aller Betten auf Intensivstationen frei.

Im Regelbetrieb ohne Pandemie sind Intensivstationen bezüglich des Personals für eine Auslastung von etwa 75-85 Prozent ausgelegt. Unter der Annahme, dass sich diese Auslastung kurzfristig aufgrund der Krisensituation auf 90 bis 95 Prozent steigern lässt, entsteht temporär eine maximal für Covid-19 nutzbare Kapazität von etwa 700-800 Intensivbetten in Österreich. Eine hundertprozentige ICU-Auslastung ist de facto nicht möglich - da Betten vorbereitet und Geräte regelmäßig gewartet werden sowie Betten für Notfälle freigehalten werden müssen, warnte das Ministerium in einer Aussendung. Überarbeitet wurde das Dashboard von Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), Gesundheitsministerium und AGES.
 

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