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Coronavirus

In England sollen flächendeckend „Long-Covid“-Zentren entstehen

In England sollen flächendeckend Zentren zur Behandlung von Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung (Long Covid) geschaffen werden. Das kündigte der Chef des englischen Gesundheitsdiensts NHS, Simon Stevens, am Mittwoch an. Bis Ende des Monats solle es bereits 83 solcher Zentren in ganz England geben.

red/Agenturen

Unter Long Covid oder Post Covid werden Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung verstanden, die auch Menschen mit zunächst nur leichten Symptomen betreffen können. Unter anderem gehören dazu Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust und Konzentrationsprobleme.

Daten der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge haben mindestens 600.000 Menschen in England länger als zwölf Wochen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gelitten.

Millionen Patienten in England warten auf Eingriffe

Indes ist die Zahl der Menschen, die in England auf eine geplante Operation oder andere medizinische Eingriffe warten, in der Corona-Pandemie auf einen Rekordwert gestiegen. Wie der Nationale Gesundheitsdienst NHS am Donnerstag mitteilte, waren Ende Februar 4,7 Millionen Menschen auf Wartelisten eingetragen. Das ist der höchste Wert, seit die Zahl im Jahr 2007 erstmals erfasst wurde. Knapp 390 000 Menschen warteten bis dahin sogar bereits mehr als ein Jahr auf einen Eingriff. Im Februar 2020 traf das lediglich auf rund 1600 Menschen zu.

Der Gesundheitsdienst wies auf den hohen Druck durch die Corona-Pandemie in den ersten beiden Monaten des Jahres hin. So seien 20 Prozent aller Patienten, die im Januar und Februar behandelt wurden, an Covid-19 erkrankt gewesen. Inzwischen sind die Fallzahlen in Großbritannien stark gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 28,6 angegeben. Auch die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten ging deutlich zurück.