Corona

„Spürbarer Abwärtstrend“ bei Spitalspatienten in Wien

In Wien hat sich die Situation in den Spitälern weiter verbessert. Aktuell sind in den Häusern des Gesundheitsverbunds 368 an Covid erkrankte Menschen auf Normalstationen in Behandlung. Die Zahl der Intensivpatienten lag am Montag dort bei 147, wie ein Sprecher des Gesundheitsverbundes der APA berichtete. In ganz Wien, also etwa private Anstalten bzw. Ordensspitäler eingerechnet, waren es laut Gesundheitsministerium 183 Intensivpatienten.

red/Agenturen

Das waren am Montag zwölf weniger als am Sonntag. In den vergangenen sieben Tagen ist die Zahl der Intensivpatienten in der Bundeshauptstadt um 32, knapp 15 Prozent, zurückgegangen. Es sei ein „spürbarer Abwärtstrend“ zu verzeichnen, hieß es im städtischen Spitalsträger. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren fast 250 Corona-Intensivbetten belegt. „Es scheinen die Maßnahmen zu greifen", verwies der Sprecher auf die derzeitigen strengen Corona-Beschränkungen in Wien. Die Stabilisierung der Situation erfolge zwar auf hohem Niveau, aber der Trend scheine sich zu verfestigen.

Bei den Neuinfektionen zeigte sich das für den Wochenbeginn gewohnte Bild. Angesichts einer meist geringeren Zahl an Tests und Auswertungen fiel der Zuwachs vergleichsweise moderat aus. 336 Neuinfektionen wurden laut Krisenstab in die Statistik aufgenommen. Insgesamt sind damit seit Beginn der Pandemie 132.120 positive Testungen bestätigt.

124.606 Personen sind in Wien auch wieder genesen. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt 2.152. Somit verzeichnet die Bundeshauptstadt aktuell 5.362 aktive Fälle. Am gestrigen Sonntag wurden in Wien 41.767 Testbefunde eingemeldet. Davon waren 15.889 PCR-Tests und 25.878 Antigen-Schnelltests. 51 Prozent der Personen, die zurzeit in Wien positiv getestet werden, sind laut Ausendung zum Zeitpunkt des Tests ohne Symptome. Die Aufklärungsquote in Wien beträgt derzeit 73 Prozent.

Heute starten - mit Verzögerung - auch die Impfungen bei den Hausärzten. Laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) stehen dafür diese Woche zunächst 10.000 Dosen zur Verfügung. Zum Einsatz kommt das Vakzin von AstraZeneca. Der Impf-Schritt in die Praxen war an sich schon früher geplant, es war aber nicht ausreichend Impfstoff verfügbar.

Insgesamt werden 560 Ärzte im niedergelassenen Bereich damit beginnen, Erststiche in den Ordinationen zu verabreichen. In den „Impfboxen“ ist dies schon länger möglich. Dort können Ärzte Termine mit ihren Patienten fixieren. Dabei handelt es sich um umfunktionierte Schnupfen-Checkboxen, in denen man sich zuletzt bei Auftreten von grippalen Symptomen testen lassen konnte. Nun werden in diesen Einrichtungen wöchentlich 5.000 Corona-Impfungen abgewickelt.

Bürgermeister Ludwig zeigte sich zuletzt abwartend

Wer sich über das städtische Vormerksystem anmelden möchte, muss vorerst warten. Laut Hacker-Büro werden erst morgen wieder neue Termine freigeschaltet. Die Kapazitäten wären vorhanden, wird betont, aber auch hier mache sich die beschränkte Verfügbarkeit des Impfstoffs bemerkbar.

Wie es in Wien in Sachen Corona-Maßnahmen weitergeht, wird morgen, Dienstag, entschieden. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wird sich am Vormittag mit Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich beraten und dann verkünden, ob der geltende harte Lockdown wie ursprünglich geplant ab 2. Mai beendet wird. Derzeit sind noch in Wien und Niederösterreich die Geschäfte und Dienstleister geschlossen - wobei Niederösterreich bereits verkündet hat, dass in einer Woche wieder aufgesperrt werden darf. Die Schülerinnen und Schüler sind in den beiden Bundesländern bereits heute wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Bürgermeister Ludwig hat sich zuletzt abwartend gezeigt und betont, dass eine Verlängerung der restriktiven Beschränkungen nicht völlig ausgeschlossen ist. Noch völlig offen ist das weitere Vorgehen, also wie in Wien mit den vom Bund für 19. Mai in Aussicht gestellten Öffnungen umgegangen wird. Ludwig hat bereits vor „voreiligen“ Öffnungsschritten gewarnt. Experten hätten vor allem darauf verwiesen, dass das Aufsperren der unterschiedlichen Bereiche nicht gleichzeitig erfolgen sollte, damit die Ansteckungsgefahr nicht steige, gab er zu bedenken. Ob dies etwa bedeutet, dass die Gastronomie indoor noch länger zu bleibt, ist noch nicht entschieden, wird im Rathaus betont.

Sterbehilfe Intensivstation
Es sei ein „spürbarer Abwärtstrend“ zu verzeichnen, hieß es im städtischen Spitalsträger. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren fast 250 Corona-Intensivbetten belegt.
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