Experte Fidler heißt verschärfte Maßnahmen in Vorarlberg gut

Gesundheitsexperte Armin Fidler hält die verschärften Maßnahmen, die in Vorarlberg ab Dienstag in Teilen des Bregenzerwalds und Lustenau gelten werden, für richtig. Durch die verschärfte Test- und Maskenpflicht erreiche man auch Personen, die von sich aus keinen Corona-Test machen würden, so Fidler auf APA-Anfrage. Auch den Umstieg auf Distance-Learning für die Oberstufenklassen hieß Fidler gut: „Es sind mittlerweile sehr viele Junge, dich sich anstecken", sagte der Experte.

red/Agenturen

Für viele in Vorarlberg seien die im März im Bereich Gastronomie, Sport und Kultur gesetzten Öffnungsschritte ein Anreiz, sich testen zu lassen - nach Angaben von Landesrat Christian Gantner (ÖVP) wurden in der vergangenen Woche 124.137 Personen auf das Coronovirus überprüft. Für andere führe man nun weiterführende Maßnahmen ein, sagte Fidler. Vorgesehen ist unter anderem eine Masken- und Testpflicht in Ortszentren. Der Public Health-Experte betonte, dass diese Maßnahme in anderen Ländern längst angewendet werde, es handle sich also nicht um ein Experiment. Eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen gebe es etwa in Deutschland, aber auch in Italien, Spanien oder Frankreich. „Das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit hat Signalwirkung", so Fidler.

Nachdem es auch immer mehr junge Menschen als Träger einer Corona-Infektion gebe, sei auch die Umstellung auf Distance-Learning gutzuheißen. „Das wird europaweit so gemacht", stellte Fidler fest. Dass im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung immer mehr Junge betroffen seien, liege zum einen daran, dass die Älteren schon geimpft seien, sagte Fidler. Ein weiterer Grund sei, dass man sich in jüngeren Lebensjahren unvorsichtiger gebe und sich nicht unbedingt an vorgegebene Maßnahmen halte.

Wichtig war Fidler zu betonen, dass die in Vorarlberg gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz nicht auf die Öffnungsschritte im März zurückzuführen sei. „Das wird oft falsch kolportiert", sagte Fidler. Man schaue sich sowohl in Vorarlberg als auch bei der AGES in Wien jeden Tag genau an, wo sich die Leute ansteckten. „Die Öffnung per se hat nicht zu einer höheren Fallzahl geführt", unterstrich der Experte. Die Verschlechterung der Vorarlberger Zahlen habe vielmehr damit zu tun, dass die britische Mutation sich in Vorarlberg drei Wochen später als in Ostösterreich breitgemacht habe. „Das ist der Hauptfaktor", so Fidler.