Die Herstellung von reinem Sauerstoff ist ein aufwändiges mehrstufiges Verfahren

Indien ist stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Allein am Montag verzeichnete das Land 352.991 Corona-Neuinfektionen. Die sinkenden Vorräte an medizinischem Sauerstoff besorgen die Ärzte. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) stellte Indien unter anderem Sauerstoff- und Beatmungsgeräte in Aussicht. Doch vor allem die Herstellung des dringend benötigten Atemgases ist aufwändig.

red/Agenturen

Die Grundlage der technischen Sauerstoffgewinnung ist das sogenannte Linde-Verfahren. In diesem mehrstufigen Prozess wird Luft zuerst gefiltert, verdichtet, kondensiert und anschließend in Sauerstoff und Stickstoff zerlegt. Zunächst reinigen Filter die Luft von CO2 und Feuchtigkeit. Anschließend verdichten Turbinen das Gas. Dabei erhitzt es sich stark.

Das verdichtete Gas läuft durch einen Kühler, der es auf Zimmertemperatur abkühlt. Anschließend fließt das gekühlte und komprimierte Gas durch ein Ventil, dass den Druck stark absenkt. Dadurch kühlt es sich stark ab und verflüssigt sich. Das verflüssigte Gasgemisch kann anschließend leichter behandelt werden.

Die Destillation trennt schließlich Stickstoff und Sauerstoff voneinander. Das flüssige Gasgemisch dampft Stickstoff zunächst unter hohem Druck aus. Die mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit wird anschließend in einem weiteren Behälter weiter dekomprimiert. Dabei sammelt sich flüssiger Sauerstoff am Boden des Behälters, Stickstoff am Kopf. Gereinigter flüssiger Sauerstoff bleibt zurück.