Tag gegen den Lärm

Durchgängige Geräuschkulisse als Gefahr

Jeder fünfte Europäer leidet laut Europäischer Umweltagentur unter gesundheitsgefährdender Lärmbelastung. Im Jahr 2050 könnte laut Weltgesundheitsorganisation WHO jeder vierte Mensch ein Hörproblem haben. „Wer eine durchgängige Geräuschkulisse gewöhnt ist, bemerkt das Problem oft gar nicht mehr oder ist sich unsicher, ob sie eine Gefahr darstellt", warnte Josef Riegler von der Bundesinnung der Hörakustiker am Montag anlässlich des Tags gegen den Lärm am 28. April (Mittwoch).

red/Agenturen

„Die Österreichischen Hörakustiker stehen für alle Fragen rund um dieses Thema zur Verfügung - und haben auch während des Lockdowns geöffnet", betonte Riegler in einer Aussendung. „Chronischer Lärm führt nicht nur zu Hörminderung sondern laut Studien auch zu Problemen wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie kognitiven Einschränkungen.“ Hauptquelle ist der Straßenverkehr. Konkret seien 113 Millionen Menschen in Europa dauerhaftem Verkehrslärm ausgesetzt.

„Wir raten, den Lärmpegel im eigenen Wohnbereich aber auch in den Schulen und am Arbeitsplatz, wo man sich täglich aufhält, messen zu lassen. Ist dieser zu hoch - also überschreitet er über acht Stunden gemittelt 80 Dezibel(A) - dann ist es wichtig, zu handeln", erläuterte Riegler. Nachts sollte der gemittelte Lärmpegel 30 dB nicht überschreiten, um Schlafstörungen zu vermeiden. Lösungen seien der Kapselgehörschutz oder der individuelle Gehörschutz, der vom Hörakustiker nach einem Ohrabdruck maßgefertigt wird.