Epilepsie

Umstieg auf neues Medikament kann neue Anfälle auslösen

Die Schweizerische Epilepsie-Liga mahnt zur Vorsicht beim Umstieg auf ein anderes Epilepsie-Medikament. Der Wechsel erhöht das Risiko für neue Anfälle, wie eine Studie zeigt.

red/Agenturen

Etwa 70 000 bis 80 000 Menschen in der Schweiz leben mit Epilepsie. Dank Medikamenten sind zwei Drittel anfallsfrei. Das könne sich aber ändern, wenn Betroffene ein neues Medikament verschrieben bekommen, schrieb die Epilepsie-Liga am Mittwoch in einer Mitteilung. Dabei sei es egal, ob Patienten von einem Originalmedikament auf ein Generikum mit dem gleichen Wirkstoff wechseln, vom Generikum auf ein Original oder zwischen zwei Originalmedikamenten.

Die Warnung beruht auf den Ergebnissen einer Studie, welche die Liga mit dem Alfred-Hauptmann-Preis ehrt. Die Studie von Forschenden aus Erlangen und Frankfurt zeige, dass das relative Anfallsrisiko bei jedem Wechsel um 30 Prozent steigt.

Bei Erstverschreibungen seien Generika sinnvoll, um Gesundheitskosten zu senken. Wenn der Patient aber einmal eingestellt sei, also bei geringen Nebenwirkungen anfallsfrei, gelte das Motto „Never change a winning team", schrieb die Epilepsie-Liga. Ein besonderes Risiko sieht die Liga bei älteren Betroffenen, die inzwischen die Mehrheit der Epilepsie-Patienten ausmachen. Schon ein anderes Aussehen der Tabletten könnte verunsichern und zu Einnahmefehlern führen.

Tabletten Blister
Obacht bei der Medikamentenumstellung bei Epilepsiepatienten: Sie können laut einer Studie die Anfallshäufigkeit erhöhen.
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