Deutschland

Mehr jüngere Menschen mit Reizdarm-Syndrom

Der Trend bei jüngeren Erwachsenen könnten unter anderem an veränderten Ernährungsgewohnheiten und an einer höheren Bereitschaft zur Thematisierung der Beschwerden liegen.

red/Agenturen

Unter einem Reizdarm-Syndrom mit Durchfall, Krämpfen oder Verstopfung leiden laut einer Auswertung der Barmer-Krankenkasse zusehends jüngere Menschen. Die Zahl der Betroffenen zwischen 23 und 27 Jahren sei von 2005 bis 2017 von 40.000 auf 68.000 gestiegen, teilte die Kasse am Donnerstag mit. Dieser Zuwachs von 70 Prozent sei größer als der altersübergreifende moderate Anstieg von 30 Prozent im selben Zeitraum. Der Trend bei jüngeren Erwachsenen könnten unter anderem an veränderten Ernährungsgewohnheiten und an einer höheren Bereitschaft zur Thematisierung der Beschwerden liegen, erklärte Gesundheitsexperte Joachim Szecsenyi.

Insgesamt bekamen den Angaben zufolge 2017 eine Million Menschen die Diagnose Reizdarm. Die Zahlen sind Hochrechnungen für Deutschland auf Basis von Daten der acht Millionen Barmer-Versicherten.

Viele gingen aus Scham nicht zum Arzt, hieß es weiter. Erhebungen legten nahe, dass bis zu elf Millionen Erwachsene betroffen sein könnten. Kassenchef Christoph Straub sagte, angesichts der hohen Relevanz müsse die Versorgung besser werden. Neben körperlichen seien auch mögliche seelische Ursachen stärker in den Blick zu nehmen.

Dickdarm
Die Zahl der Betroffenen zwischen 23 und 27 Jahren sei von 2005 bis 2017 von 40.000 auf 68.000 gestiegen, schildert die Barmer-Kranknekasse.
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