EuG verurteilt EFSA-Weigerung über Krebs-Information bei Glyphosat

Es gebe ein Interesse der Öffentlichkeit am Zugang zu solchen Informationen. Die Öffentlichkeit sollte auch verstehen, in welcher Weise die Umwelt durch die fraglichen Emissionen beeinträchtigt werden kann.

red/Agenturen

Der EuG (Europäischer Gerichtshof) hat am Donnerstag die Weigerung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verurteilt, keinen Zugang zu Studien über die Toxizität und die krebserregende Wirkung des Wirkstoffs Glyphosat zu gewähren. Es gebe ein Interesse der Öffentlichkeit am Zugang zu solchen Informationen. Dieses Interesse bestehe nicht nur darin zu wissen, was in die Umwelt freigesetzt werde, heißt es in der Begründung des Urteils. Die Öffentlichkeit sollte auch verstehen, in welcher Weise die Umwelt durch die fraglichen Emissionen beeinträchtigt werden kann.

Glyphosat ist eine in Pestiziden - also Pflanzenschutzmitteln - verwendete chemische Substanz und eines der gängigsten Herbizide in der EU. Es wurde vom 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2012 in die Liste der zugelassenen Wirkstoffe aufgenommen. Diese Aufnahme wurde vorübergehend bis 31. Dezember 2015 verlängert. Ein Antrag auf Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit zwei Toxititätsstudien war von der EFSA verweigert worden.

Die Kläger verwiesen darauf, dass das Internationale Krebsforschungszentrum im März 2015 Glyphosat als potenziell krebserregend eingestuft hatte. Gleichzeitig hatte der Peer-Review der EFSA im November 2015 angegeben, dass Glyphosat für den Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei.

glyphosat
Johnson wie auch Hardeman leiden am Non-Hodgkin-Lymphom, einer Krebserkrankung des Lymphgewebes. Beide Kläger setzten das Monsanto-Produkt Roundup über viele Jahre hinweg ein.
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