Linz

Erstes Forschungsinstitut für Entwicklungsmedizin

In Linz startet das erste Forschungsinstitut für Entwicklungsmedizin in Österreich seinen Betrieb. Es befasst sich mit Entwicklungsstörungen bei Kindern.

red/Agenturen

Laut der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität (JKU), zu dem das neue Forschungsinstitut für Entwicklungsmedizin gehört, ist jedes zehnte Kind von einer Entwicklungsstörung betroffen. „Für viele angeborene bzw. im Kindesalter erworbene Störungsbilder ist die Frage einer kompetenten fachübergreifenden Weiterbetreuung im Erwachsenenalter nicht gelöst“, erklärte Primar Johannes Fellinger, der die Leitung des Forschungsinstituts übernimmt. Sein Ansatz ist daher, die gesamten Lebensspanne über die Kinder- und Jugendzeit hinaus zu berücksichtigen - inklusive Aspekten wie Lebensqualität, Gesundheitsvorsorge, Soziales oder Bildung.

Ziel ist es, Entwicklungsstörungen möglichst bald festzustellen und ihre Auswirkungen auf das weitere Leben gering zu halten. Daher wird sich u.a. ein Forschungsprojekt damit befassen, wie man Autismus-Spektrum-Störungen am effizientesten diagnostizieren kann. Ein anderes wird versuchen, ein Entwicklungsscreening für die Risikoeinschätzung dieser Störungen zu erstellen. Auch Daten von Kindern mit Hörproblemen sollen in einer Langzeitstudie systematisch gesammelt und ausgewertet werden.

Das Research Institute for Developmental Medicine (RID) wird in den ersten sechs Jahren vom Konvent der Barmherzigen Brüder Linz finanziert. Die bisherige Arbeit des Institut für Sinnes- und Sprachneurologie am Spital des Ordens, das bereits unter der Leitung Fellingers stand, bildet auch die fachliche Basis des neuen Instituts.

Arzt hört Kind mit Stethoskop ab
Ziel des neuen Forschungsinstituts ist es, Entwicklungsstörungen möglichst bald festzustellen und ihre Auswirkungen auf das weitere Leben gering zu halten.