Ärzte ohne Grenzen kritisieren neues Flüchtlingslager auf Samos

Die Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières Austria) kritisieren die für Samstag geplante Eröffnung eines neuen Flüchtlingslagers auf der griechischen Insel Samos scharf. „Es ist dreist, dass die EU und Griechenland ein neues Gefängnis für Asylwerber:innen auf der Insel Samos einweihen, während wir gerade erleben, was in Ländern wie Afghanistan passiert“, erklärte der Projektleiter auf Samos, Patrick Wieland, am Freitag in einer Aussendung.

red/Agenturen

„Auch wenn der Stacheldraht des neuen Lagers noch so glänzt, können sie es dennoch nicht als Verbesserung verkaufen. Es ist vielmehr ein perfektes Beispiel dafür, wie kriminell die EU-Migrationspolitik ist: Menschen, die vor Gewalt fliehen, werden festgehalten und bestraft, weil sie Schutz suchen. Es ist eine Schande!“, meinte Wieland.

Ein Jahr nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria soll am Samstag am 18. September ein Flüchtlingslager eröffnet werden. Auf Chios und Lesbos sollen die Lager im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt werden. Kritisiert wird, dass die Anlagen weitab der Insel-Infrastruktur lägen und die Menschen sie nicht ohne Weiteres verlassen dürften. Das griechische Migrationsministerium bezeichnet die Einrichtung auf Samos als „geschlossenes Zentrum mit kontrolliertem Zugang".