Tod nach Herztransplantation

Witwe strebt Verfahren in Graz an

Eine Witwe will nach einer ihrer Meinung nach verpfuschten Herztransplantation bei ihrem Mann, der nach der Operation 2016 gestorben ist, vor Gericht ziehen.

red/Agenturen

Der 60-Jährige hatte am LKH Graz ein neues Herz bekommen, doch es soll bei der Entnahme verletzt worden sein. Die Advokatin der Frau will nun eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einbringen. Es geht um fahrlässige Tötung.

Die steirische Patientenombudsfrau Renate Skledar bestätigte Medienberichte, wonach der Fall bei der Schlichtungsstelle mit der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes behandelt wurde. Ein Gutachten wurde im Einvernehmen beider Parteien bestellt. Das Ergebnis des Sachverständigen fiel dem Vernehmen nach deutlich aus: „Es wurden fachliche, organisatorische und strukturelle Fehler angeführt“, sagte Skledar zur APA. Daraufhin habe die KAGes außerhalb der Schlichtungsstelle ein zweites Gutachten erstellen lassen, das das Krankenhaus entlastete.

Skledar fand harte Worte für dieses Vorgehen: „Die KAGes hat jeden Boden zur Realität verloren.“ Man brauche keine Schlichtungsstelle mehr, wenn die KAGes wie beim „Würfeln“ vorgehe - „da fehlen einem die Worte“. Die Erstellung des zweiten Gutachtens ist in ihren Augen skandalös: „Da können sie gleich machen, was sie wollen.“ Sie hofft, dass der Weg vor das Straflandesgericht Licht ins Dunkel bringt. „Die Methoden der KAGes-Rechtsabteilung gehören abgestellt.“ Es würden mit Steuergeldern Steuerzahler genarrt, sagte Skledar. Eine angefragte Stellungnahme der KAGes stand zunächst noch aus.

Gericht
Eine Witwe will nach einer ihrer Meinung nach verpfuschten Herztransplantation bei ihrem Mann, der nach der Operation 2016 gestorben ist, vor Gericht ziehen.
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