Freies Impfen in Steiermark wird im Oktober fortgesetzt

Mit 794.871 Erstimpfungen nähert man sich der 800.000er-Marke, hat der steirische Impfkoordinator Michael Koren am Freitag beim Impf-Update Bilanz über die Woche gezogen. Einer Umfrage im Frühsommer zufolge, so Vorsorgemediziner Michael Adomeit, könne man die Ansichten steirischer Eltern zur Impfung grob in drei Drittel einteilen - eines will seine Kinder impfen lassen, eines ist unentschlossen, eines will nicht impfen lassen. Da müsse mit mehr Infos angesetzt werden.

red/Agenturen

Laut Koren habe man bisher 1.222.000 Impfungen verabreicht, davon 794.871 Erstimpfungen. Die Vakzinierungen seien bisher „reibungslos und konfliktfrei, ohne gröbere Probleme" verabreicht worden. Man halte in der Steiermark bei über 750.000 Zweitimpfungen. Für die Drittstiche seien bisher 4.296 Impfdosen bestellt. Die steirische Krankenanstaltengesellschaft KAGes werde demnächst weitere für rund 2.000 Patienten bestellen.

Mit den freien Impfaktionen der vergangene Wochen - u.a. Impfstraßen und Impfbusse - wurden rund 45.000 Kurzentschlossene erreicht. Bei den Impfbussen habe man am ersten Tag in der Woche über 300 Immunisierungen, am Donnerstag rund 150 registriert. Die Busse würden vor allem für kleinere Orte mit geringen Impfquoten genützt, sagte Koren. Am Freitag werde die Aktion für die Hochschulen durchgeführt - 370 Vorangemeldete könnten die schnellen Impfstraßen-Linien in Leoben und Graz nutzen. Für den dritten Stich seien die ersten rund 1.000 Einladungen abgeschickt worden.

Laut dem stellvertretenden Leiter des Amtes der Landesregierung, Wolfgang Wlattnig, gebe es nächste Woche 5.444 Impftermine: „Dies ist vor allem für die ältere Generation, am 29. und 30. September." Angebote mache man auch bei der Grazer Herbstmesse: „Im Foyer des Eingangs wird es von Donnerstag, 30. September bis Sonntag, 3. Oktober eine eigene Impfkoje geben“, sagte Wlattnig. Die freien Impftage hätten sich bewährt und würden im Oktober weiter zwei Mal wöchentlich, dienstags und freitags angeboten. Das werde man mit Ende des Monats evaluieren, ob es auch im November fortgesetzt werde, was natürlich auch von den Maßnahmen der Bundesregierung abhängig sei.

Michael Adomeit, Obmann der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin, präsentierte eine repräsentative Umfrage, die online von Ende März bis Anfang Juni 2021 an Eltern in der Steiermark gerichtet worden war. 1.200 Fragebögen seien ausgewertet worden. Da müsse man allerdings in Rechnung stellen, dass erst Ende Mai der Biontech/Pfizer-Impfstoff Comirnaty für Über-Zwölfjährige zugelassen wurde und das deutsche Robert Koch-Institut seine vorsichtige Haltung revidiert habe. „Wenn Eltern selbst geimpft sind oder die Absicht dazu haben, dann sind sie eher bestrebt, auch ihre Kinder immunisieren zu lassen“, sagte Adomeit unter anderem. Wenn Eltern auch selbst Gesundenuntersuchung oder Vorsorgeprogramme in Anspruch nähmen, sei auch da die Impfbereitschaft höher. „Dies sind zwei Ansatzpunkte, auch die dritte Impfung kann man dann bei Eltern als Ansprechpunkt nutzen“, sagte Adomeit. Infobedarf sah er noch bei zwei Berufsgruppen: „Bei Pflegeberufen und Hebammen bräuchten wir noch mehr und bessere Aufklärung."