Tiroler Telemedizinprogramm „HerzMobil“ führt zu Mortalitätsreduktion

Die Ergebnisse einer unter 250 Herzpatienten im Zeitraum von 2016 bis 2019 durchgeführten Studie belegen, dass durch das telemedizinische Programm „HerzMobil Tirol“ die Mortalität um rund 50 Prozent reduziert wurde. Auch die Wiederaufnahmen in Krankenhäusern gingen um etwa 38 Prozent zurück. „Ein absolutes Vorzeigeprojekt“, sagte Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) angesichts dieser Zahlen.

red/Agenturen

Die durch „HerzMobil“ möglich gewordene „engmaschige, wohnortnahe und flexible Betreuung“ machte Leja bei einer Pressekonferenz am Montag in Innsbruck schließlich als maßgebliche Gründe für diese Studienergebnisse aus. Die „telemedizinischen Tools“, die den Patienten im Rahmen dieses Programmes ausgehändigt werden, also unter anderem Blutdruckgerät und Smartphone, führten zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität, betonte die Landesrätin.

„Versorgungskontinuität“ durch die 20 am Programm beteiligten Netzwerkärzte mit zusätzlichen Pflegekräften sah Bernhard Achatz, Landesstellenausschuss-Vorsitzender der ÖGK-Tirol, als einen entscheidenden Faktor. „Durch die regionale Unterstützung sinken außerdem natürlich auch die Krankenhausaufenthalte“, betonte er weiters.

Die aktuell 800 über „HerzMobil“ betreuten Patienten würden darüber hinaus zum „Self Empowerment“ gebracht und geschult, strich Axel Bauer, Direktor der Inneren Medizin an der Universitätsklinik Innsbruck, heraus. Die Patienten würden durch die ihnen zur Verfügung gestellten Tools zum „aktiven Teil des eigenen Problems“, erklärte der Mediziner.

Digitalisierung als Schlüsselfaktor

Der ärztliche Leiter von „HerzMobil Tirol“, Gerhard Pölzl, betonte wiederum, dass sich die Leistungsfähigkeit laut der Studie während der ersten drei Monate der Patienten im Programm bereits deutlich verbessere. Das bereits angesprochene „Self Empowerment“ verbessere sich zudem über die Programm-Monate stetig weiter, so Pölzl.

Als Schlüsselfaktor für die Studienergebnisse und die positiven Auswirkungen auf die Tiroler Herzpatienten, die von Leja mit 15.000 beziffert wurden, benannte man unisono die Digitalisierung. Andreas Huber, Vorstand des Landesinstitutes für Integrierte Versorgung Tirol (LIV), erklärte, dass durch „telemedizinische Unterstützung“ im Endeffekt „herausfordernde Bedingungen“ gemeistert werden könnten.

Der Aufwand für den einzelnen Patienten ist jedenfalls laut Bettina Fetz, Koordinator von „HerzMobil Tirol“, überaus gering. Der Patient speise seine Gesundheitsdaten bereits nach kurzer Zeit selbstständig innerhalb von wenigen Minuten ein und könne auch rasch die Empfehlungen des Arztes aufnehmen, so Fetz, die „HerzMobil Tirol“ als „Programm für alle Altersgruppen“ vorstellte.

Ebenjenes Programm war 2012 als Pilotprojekt gestartet und ging 2017 in den Regelbetrieb über. Tirol hat damit eine telemedizinische Vorreiterrolle eingenommen. Aktuell baut das Bundesland Steiermark ein vergleichbares Programm auf.