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Wiener SPÖ-Tagung

„Erstversorgungsambulanzen“ für Spitäler geplant

Die Ambulanzstruktur in den Wiener Spitälern soll neu organisiert werden. Konkret sind mittelfristig in allen Stadt-Krankenhäusern sogenannte Erstversorgungsambulanzen vorgesehen. Die Ärztekammer begrüßt die geplante Ausweitung von Allgemeinmedizinischen Akutordinationen.

red/Agenturen

Das teilte Bürgermeister und Parteichef Michael Ludwig bei der Klubtagung der Wiener SPÖ mit. Sie sollen die Fachambulanzen entlasten. Weil praktische Ärzte oder Fachmediziner im niedergelassenen Bereich derzeit an Wochenenden sowie an den Tagesrandzeiten ihre Praxen so gut wie nicht geöffnet hätten, würden viele Menschen automatisch ins Spital gehen, sagte Ludwig am Freitag im burgenländischen Frauenkirchen: „Die Ambulanzen dort sind dann voll mit Menschen, die solche Einrichtungen aber oft nicht brauchen.“

Die Erstanlaufstellen sollen künftig Abhilfe schaffen. Die Idee: Sämtliche Patienten - ausgenommen Notfälle - werden in der Erstversorgungsambulanz empfangen und von Ärzten begutachtet. Dann wird über das weitere Prozedere entschieden, wobei von der Verschreibung von Medikamenten oder einer allgemeinmedizinischen Erstversorgung über die Weiterleitung an den niedergelassenen Bereich bis hin zu einer stationären Aufnahme im Krankenhaus alles möglich sei, erklärte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf APA-Nachfrage. Zu den einzelnen Fachambulanzen soll man folglich nur noch gehen können bzw. müssen, wenn man einen Termin hat oder von der Zentralambulanz dorthin weiterverwiesen wird.

Noch kein Zeit- und Kostenplan

Laut Ludwig soll das Konzept demnächst einmal in einem Haus ausprobiert werden. Wo und wann das sein wird, stehe noch nicht fest, hieß es aus dem Hacker-Büro. Ebenfalls noch keine Details gab es heute in Sachen Zeit- und Kostenplan. Vorgesehen sei jedenfalls, das Modell stufenweise auf alle öffentlichen Spitäler auszurollen.

Ob die neuen Erstversorgungsambulanzen nur an den angesprochenen Randzeiten und in der Nacht bzw. an den Wochenenden geöffnet sein werden oder auch darüber hinaus, steht ebenfalls noch nicht fest. Das Konzept werde jedenfalls in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Häusern und der Ärzteschaft - sprich der Ärztekammer - ausgearbeitet, wurde betont.

Ärztekammer begrüßt geplante Ausweitung

Die Ärztekammer begrüßt die geplante Ausweitung von Allgemeinmedizinischen Akutordinationen. Dieser Schritt wurde seit jeher von der Kammer gefordert. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres hofft dabei, „dass man sich am Erfolgsmodell AKH orientieren wird“, wie er am Freitag in einer Aussendung mitteilte.

„Die AMA im Wiener AKH liefert ausgezeichnete Ergebnisse sowohl was die Patientenbetreuung betrifft als auch die Entlastung der Spitalsambulanzen“, betont Szekeres und empfiehlt, dieses vom Ärztefunkdienst der Ärztekammer für Wien betriebene Modell auf alle Wiener Gemeindespitäler auszudehnen: „Zu den Zeiten, in denen Ordinationen geschlossen sind, könnte in Zukunft die AMA der Wiener Spitäler gemeinsam mit dem Ärztefunkdienst die Patienten fachgerecht betreuen.“

Laut Szekeres ist auf diese Weise die gesundheitliche Versorgung der Wienerinnen und Wiener auch weiterhin bestmöglich sichergestellt. Gleichzeitig würde die Ärzteschaft in den Spitälern massiv entlastet werden. „Mehr Zeit für Ärztinnen und Ärzte bedeutet auch mehr Zeit für die Patienten und somit ein besseres Gesundheitssystem für ganz Wien“, betont Szekeres. 

Spital Ärzte
Liste Fritz, SPÖ, FPÖ und NEOS werden daher für den kommenden Landtag eine dringliche Anfrage einbringen.
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