Corona-Pandemie

Johnson traf Angehörige von Corona-Opfern

Rund ein Jahr nach den ersten Forderungen hat sich der britische Premierminister Boris Johnson mit Angehörigen von Corona-Opfern getroffen. „Obwohl die Regierung versucht, die Pandemie zu überwinden und fast sagt, die Pandemie ist vorbei, verlieren wir noch immer um die Tausend Menschen jede Woche“, sagte die Mitgründerin der Gruppe Covid-19 Bereaved Families for Justice, Jo Goodman, vor dem Treffen dem Sender BBC.

red/Agenturen

Im größten britischen Landesteil England sind Corona-Beschränkungen seit Mitte Juli weitgehend aufgehoben. Die Fallzahlen haben sich auf hohem Niveau - derzeit bei einer Inzidenz um die 350 - eingependelt. In den vergangenen sieben Tagen starben 920 Menschen an oder mit Covid-19, in den Vorwochen sah es ähnlich aus.

Die Angehörigen der bisherigen Opfer hatten bereits im vergangenen Jahr ein Treffen mit Johnson und eine unabhängige Untersuchung der Corona-Politik gefordert, um weitere Fehler zu verhindern. Diese soll jedoch nicht vor dem kommenden Frühjahr stattfinden. Mit fast 160.000 Opfern mit Covid-19 auf dem Totenschein zählt das Vereinigte Königreich zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern in Europa. Johnson versprach bei dem Treffen immerhin, bis Weihnachten einen Vorsitz für die Untersuchung zu ernennen.

Die Angehörigen-Organisation Covid-19 Bereaved Families for Justice, die Ortsgruppen im ganzen Land betreibt, hat in London unweit des Parlaments am Ufer der Themse ein nationales Covid-Denkmal für die Opfer errichtet: Über Hunderte Meter hinweg zieren kleine und große rote Herzen eine steinerne Mauer.