Corona-Impfstoff

Slowenien setzt nach Todesfall Impfungen mit Johnson&Johnson-Vakzin aus

Nach dem Tod einer 20-Jährigen nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson hat Slowenien die Verabreichung des Präparats ausgesetzt. Die Frau sei wenige Tage nach ihrer Impfung an einer Hirnblutung und einer Thrombose gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Ljubljana am Mittwoch mit. Die Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson würden daher ausgesetzt, „bis alle Details zu diesem Fall aufgeklärt sind“, erklärte Gesundheitsminister Janez Poklukar.

red/Agenturen

Ein Expertengremium hatte der Regierung des kleinen EU-Landes die Aussetzung empfohlen. Es könne „eine unerwünschte Verbindung zwischen dem Tod und der Impfung“ geben, erklärte die Chefin des Gremiums, Bojana Beovic.

Medienberichten zufolge war die 20-Jährige am Montag in einem ernsten Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden. Zuvor war bereits ein Todesfall in Slowenien mit der J&J-Impfung in Zusammenhang gebracht worden. Das Vakzin, von dem eine Dosis zur Immunisierung gegen Covid-19 reicht, wurde in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land bislang gut 120.000 Mal verabreicht.

Slowenien hat eine der niedrigsten Impfquoten in der Europäischen Union. Bislang wurden dort erst rund 47 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Die Regierung kündigte daher diesen Monat eine Impfpflicht für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst an, die nicht bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Die Regelung tritt am 1. Oktober in Kraft.

Mehrere Länder haben den Einsatz der Vektorvirenimpfstoffe von J&J und Astrazeneca eingeschränkt und setzen stattdessen auf die mRNA-Impftstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur bei Menschen ab 60 Jahren einzusetzen.