Menschen mit überdurchschnittlicher Lungenfunktion altern gesünder

Die Ausprägung der Skelettmuskulatur im Kindesalter dürfte eng mit der Lungenfunktion zusammenhängen, zeigen österreichische Studiendaten. Dieser Zusammenhang hat wiederum einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheit im Erwachsenenalter und sogar auf die Lebenserwartung. Menschen mit „supranormaler" - also überdurchschnittlicher - Lungenfunktion altern gesünder, hieß es bei der am Freitag endenden 45. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).

red/Agenturen

Die Zusammenhänge rund um die Lungenfunktion genauer zu untersuchen, ist derzeit eines der Ziele einer sogenannten LEAD-Studie, die mit mehr als 11.000 Teilnehmenden die bisher größte epidemiologische Beobachtungsstudie Österreichs ist, informierte die ÖGP in einer Aussendung. Der normale Verlauf der Lungenfunktion in einem Leben kann durch viele verschiedene Ereignisse und Faktoren verändert werden, etwa wenn die Mutter geraucht hat, das Kind zu früh auf die Welt gekommen ist, das Geburtsgewicht niedrig war oder wiederholte Atemwegsinfektionen im Säuglingsalter, Allergien und Fehlernährung vorgelegen sind, betonen die Mediziner

„Tatsächlich ist es so, dass laut unseren Ergebnissen in Österreich 6,6 Prozent der Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren eine verminderte Lungenfunktion aufweisen“, erläuterte Robab Breyer-Kohansal von der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten der Klinik Penzing in Wien. „Kommen dann im Erwachsenenleben noch weitere lungenschädigende Faktoren hinzu, kann dies den (weiteren) Verlust an Lungenfunktion nochmals beschleunigen und zur Entwicklung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) führen.“

Auch Ernährung scheint wichtige Rolle zu spielen

„Wir sehen, dass eine erniedrigte Lungenfunktion auch mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit für kardiale und metabolische Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, sowie einer früheren Mortalität assoziiert ist; wir sehen aber auch, dass eine besonders gute Lungenfunktion mit einem längeren, gesünderen Leben korreliert“, berichtete Alvar Agusti, Direktor am Institut für Atemwegs- und Lungenkrankheiten an der Universitätsklinik Barcelona.

„Die Skelettmuskulatur ist wesentlich an der Atmung beteiligt und unsere neueste Analyse zeigte, dass eine verminderte Muskelmasse in enger Verbindung mit einer verminderten Lungenfunktion steht“, erläuterte zudem Alina Ofenheimer, PhD-Studentin am Ludwig Boltzmann-Institut für Lungengesundheit und der Universitätsklinik Maastricht. „Die Frage für die Zukunft wird also sein, ob diese besonders gut trainierten Kinder und Jugendlichen mit viel Muskulatur dann auch zu Erwachsenen mit überdurchschnittlicher Lungenfunktion werden."

Und auch die Ernährung scheint eine wichtige Rolle zu spielen. „Nur wissen wir auch, dass der persönliche Lebensstil, wie zum Beispiel die zu sich genommene Menge an Obst und Gemüse pro Tag, direkt mit der Lungenfunktion assoziiert ist; bei geringem Obst- und Gemüsekonsum ist die Lungenfunktion reduziert“, sagte Breyer-Kohansal. Die Daten lassen laut der Medizinerin vermuten, „dass vor allem in jungen Altersgruppen präventive Maßnahmen und Interventionen erfolgreich sein und vermutlich weitreichende positive Folgen für das weitere Leben haben könnten."

Lunge Modell
Die Zusammenhänge rund um die Lungenfunktion genauer zu untersuchen, ist derzeit eines der Ziele einer sogenannten LEAD-Studie, die mit mehr als 11.000 Teilnehmenden die bisher größte epidemiologische Beobachtungsstudie Österreichs ist.
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