Corona-Impfung

Lettland: Diskussion um Informationen zu Covid-Impfung auf Russisch

Angesichts rapide steigender Covid-Infektionszahlen und einer niedrigen Durchimpfungsrate sucht man in Lettland nach Wegen, die Situation in den Griff zu bekommen. Weil unter der russischsprachigen Bevölkerung besonders wenige geimpft sind, fordern Vertreter der Oppositionspartei Harmonie und des Gesundheitswesens, vorübergehend die Regel außer Kraft zu setzen, wonach offizielle Informationen nur auf Lettisch verfasst werden dürfen.

red/Agenturen

Ein Antrag der Gesundheitsbehörde, ausnahmsweise personalisierte Informationen zur Covid-Impfung an russischsprachige Bürger auf Russisch versenden zu dürfen, war bereits vor einigen Tagen von Gesundheitsminister Daniels Pavluts in einer Kabinettssitzung zur Sprache gebracht worden. Der Vorschlag wurde allerdings von drei rechtskonservativen Regierungsmitgliedern abgelehnt.

In Lettland ist weniger als die Hälfte der Gesamtbevölkerung vollständig gegen Covid geimpft. In der Provinz Latgale (Lettgalen), wo verhältnismäßig der größte Anteil Russischsprachiger wohnt, beträgt die Impfquote laut Statistik Lettland derzeit nicht einmal 30 Prozent. Die Regierung in Riga will noch im Laufe des Mittwoch einen neuen Lockdown inklusive nächtlicher Ausgangssperre absegnen. Der Lockdown soll von 21. Oktober bis 15,. November gelten.

In Lettland, wo rund einem Viertel der Bevölkerung Russisch als Muttersprache spricht, hat seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 nur eine einzige offizielle Sprache - Lettisch.

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