Österreich ist wieder im Lockdown

Ganz Österreich befindet sich ab Montag wieder im Lockdown - ab Mitternacht gelten wieder für alle Bürger Ausgangsbeschränkungen. Den eigenen Wohnbereich verlassen darf man nur aus den schon von den früheren Pandemie-Phasen bekannten Ausnahmen. Der gesamte Handel abseits der Grundversorger muss schließen, auch Gastronomie und Hotels sind zu. In allen geschlossenen Innenräumen gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Auch der bekannte Zwei-Meter-Abstand gilt wieder.

red/Agenturen

Den eigenen Wohnbereich verlassen darf man damit nur aus den bekannten Gründen, etwa zur Abwendung einer Gefahr, für den Gang zur Arbeit oder zur Schule, zur Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens, für den Gang zum Arzt bzw. zur Impfung oder Testung, zur „Ausübung familiärer Pflichten“ sowie zur körperlichen und psychischen Erholung.

Da der gesamte Handel abseits der Grundversorger schließt, bleiben nur u.a. der Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken, Postdiensteanbieter sowie Trafiken und Zeitungskioske geöffnet. Sperren müssen auch die „körpernahen“ Dienstleister wie Friseure oder Kosmetiker. Auch der gesamte Freizeitbereich ist vom Lockdown betroffen. Hotels und Gastronomie schließen ebenfalls, gestattet ist das Abholen und Liefern von Speisen. Theater, Konzertsäle, Kinos, Museen und Bibliotheken schließen auch ihre Pforten.

3G am Arbeitsplatz, 2G in der Gondel

Am Arbeitsplatz gilt weiterhin die 3G-Regel. Zwischen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ist an allen öffentlichen Orten, aber z.B. auch am Arbeitsplatz, ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten wird. In allen geschlossenen Innenräumen (abseits des Privatbereiches) gilt eine FFP2-Maskenpflicht - auch am Arbeitsplatz, sofern keine baulichen Sicherheitsmaßnahmen bestehen.

Die Schulen bleiben grundsätzlich offen. Vorgesehen ist „Präsenzunterricht für all jene, die es benötigen“. Es besteht aber ein Appell der Bundesregierung und der Landeshauptleute, Schüler zu Hause zu betreuen, „dort wo dies möglich ist“. Besuche in Kranken- und Kuranstalten sowie Alten- und Pflegeheimen sind künftig nur mehr für jene möglich, die neben dem schon bisher notwendigen 2G Nachweis auch zusätzlich einen aktuellen negativen PCR-Test (Abnahme maximal 72 Stunden vor dem Besuch) vorweisen können. Im Spital ist nur ein Besucher pro Patient pro Woche erlaubt, ausgenommen Kinder und Unterstützungsbedrüftige. In Pflegeheimen sind zwei Besucher pro Bewohner pro Tag gestattet.

Im Gegensatz zu einem ursprünglichen Entwurf ist nun während des Lockdowns für Skifahrer die Benutzung von Seilbahnen doch erlaubt. Sie müssen einen 2G-Nachweis vorweisen. Außerdem muss man in geschlossenen oder abdeckbaren Gondeln oder Sesselliften (wie auch in geschlossenen Stationen) eine FFP2-Maske tragen.

Führerschein-Theoriekurse wieder online möglich

Theoriekurse der Führerscheinausbildung können wieder online abgehalten werden. Mit einer Kundmachung werde neuerlich der Einsatz von E-Learning ermöglicht, teilte das Verkehrsministerium am Montag mit. Die Ausgangsbeschränkungen gelten vorerst für 20 Tage, die Regelung für die Fahrschulen allerdings bis 14. Jänner 2022. Schülerinnen und Schüler müssen dabei mit den Lehrenden interagieren und direkt Fragen stellen können.

„Um weitere Einschränkungen zu vermeiden, ist die theoretische Führerscheinausbildung jetzt für die aktuelle, schwierige Zeit auch im E-Learning möglich. Denn wer aktuell mitten im Führerscheinkurs steckt, vielleicht schon zu lernen begonnen hat, soll das auch weiter tun können“, betonte Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einer Aussendung.

Lockdown vom Hauptausschuss beschlossen

Der Hauptausschuss des Nationalrates hat am Sonntagabend den angekündigten Lockdown für ganz Österreich ab Montag beschlossen. Dafür gestimmt hat neben den beiden Koalitionsparteien ÖVP und Grüne auch die SPÖ. Die Regierung hat den Lockdown für 20 Tage bis 12. Dezember angekündigt, da die Ausgangsbeschränkungen aber nur jeweils für 10 Tage beschlossen werden können, müssen sie danach verlängert werden.

Die NEOS haben bereits bei der Ankündigung des Lockdowns kritisiert, dass dieser nun als ultima ratio erscheine, um das Gesundheitssystem zu schützen, zeige „das Zögern und Zaudern“ der Regierung. Die FPÖ lehnt grundsätzlich alle Corona-Maßnahmen ab. Die SPÖ übte am Sonntag zwar auch Kritik an der Vorgangsweise der Regierung, für sie ist dieser bundesweite Lockdown jetzt aber „leider notwendig, um das Sterben zu verhindern und Menschenleben zu retten. Vergessen wir eines nicht: Es kann jeden von uns jederzeit selbst treffen“, sagte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner

Geplant ist der Lockdown für alle österreichweit bis 12., in Oberösterreich bis 17. Dezember. Danach sollen die Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte weiter gelten, dafür ist bisher keine Frist genannt worden.

Schild Geschlossen Closed Zugesperrt
Österreich ist im Lockdown. Für Geimpfte und Genesene soll der spätestens nach 20 Tagen enden. Der Lockdown für Ungeimpfte wird über den 12. Dezember hinaus andauern.
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