Länder-Vorstoß für erleichtertes „Distance Learning“

Die Bildungsreferenten der Bundesländer versuchen derzeit offenbar gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden, dem Bildungsministerium und dem Arbeitsministerium den Unmut vieler Schüler, Eltern und Lehrer über die aktuelle Lockdown-Regelung an den Schulen abzufedern. Geplant ist, Klassen ab einer gewissen Zahl positiver Fälle seitens der Bildungsdirektionen behördlich verordnet ins Distance Learning zu schicken. Noch aber laufen die entsprechenden Abstimmungen.

red/Agenturen

„Wenn es zu einem vermehrten Infektionsgeschehen kommt, das heißt zwei bis drei Schüler einer Klasse positiv getestet wurden, soll die Klasse ins Distance Learning geschickt werden“, hieß es am Montagabend aus dem Büro der Salzburger Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP). Damit würden Eltern, die ihre Kinder angesichts des Infektionsrisikos freiwillig zu Hause betreuen, wieder Anspruch auf Sonderbetreuungszeit und die Arbeitgeber Anspruch auf Entgeltfortzahlung bekommen.

„Es braucht eine Lösung am kurzen Weg und einheitliche und klare Vorgaben“, sagte ein Sprecher von Gutschi zur APA. Derzeit sei Distance Learning für eine ganze Klasse eine Einzelentscheidung und brauche die Zustimmung des Bildungsministeriums - umfangreiche Begründung inklusive. „Es braucht eine schnelle Regelung ohne den Umweg über Wien.“ Für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen soll es an den Schulen weiter Betreuungsmöglichkeiten geben.

Die Idee zum Vorstoß stammt offenbar von der Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). Sie ist derzeit Vorsitzende der Landesbildungsreferenten. Ihr Sprecher wollte sich am Montagabend auf APA-Anfrage noch nicht zu den Plänen äußern. „Es laufen derzeit noch Gespräche. Wir werden das kommunizieren, sobald es Hände und Füße hat.“

In Salzburg sind am Montag übrigens 58 Prozent aller Schüler in den Präsenzunterricht gekommen - so wenig wie in keinem anderen Bundesland. „Es gab Unterschiede an den einzelnen Standorten, in Summe war der Schnitt aber über alle Bezirke und Schultypen ziemlich gleich“, sagte ein Sprecher von Landesrätin Gutschi.

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