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Coronavirus

Effektive Reproduktionszahl sank auf 0,90

Während bei den Spitalszahlen der Peak an Covid-19-Patienten noch erwartet wird, stabilisieren sich die Fallzahlen weiter auf hohem Niveau. Am Freitag lag die effektive Reproduktionszahl erstmals seit neun Wochen wieder unter 1. Unterdessen ist Omikron nun auch in Wien angelangt - in der Bundeshauptstadt gibt es einen bestätigten Fall und acht Verdachtsfälle.

mil/Agenturen

Während bei den Spitalszahlen der Peak an Covid-19-Patienten noch erwartet wird, stabilisieren sich die Fallzahlen weiter auf hohem Niveau. Am Freitag lag die effektive Reproduktionszahl erstmals seit neun Wochen wieder unter 1 - bei genau 0,90. Das geht aus dem Freitags-Update der Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU Graz hervor. Die R-Zahl bezieht sich jeweils auf die vorangegangenen 13 Epidemietage.

Im Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Wien liegt die effektive Reproduktionszahl unter 1. In Kärnten, Steiermark und Vorarlberg liegt sie um 1, geht aus dem Update hervor. Die Anzahl der täglich neudiagnostizierten Fälle ist in allen Bundesländern auf einem erhöhten Niveau, konstatierten die Experten.

In der Vorwoche lag die R-Zahl bei 1,06, vor 14 Tagen war noch 1,16. Am 12. November betrug sie gar noch 1,24. Der nunmehrige Wert von 0,90 bezieht sich auf den Zeitraum 19. November bis 1. Dezember, basierend auf 150.997 laborbestätigten Fällen. Ein Wert von 0,90 bedeutet, dass 100 Infizierte statistisch gesehen 90 weitere Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Das heißt, das nunmehr nicht mehr jeder Infizierte zumindest eine weitere Person ansteckt. Einen Wert unter 1 gab es zuletzt mit 0,97 am 1. Oktober. Die tägliche Steigerungsrate ist nunmehr negativ und beträgt -4,2 Prozent. Das heißt, dass die Fallzahlen jeden Tag um 4,2 Prozent zurückgingen. Vor einer Woche meldete die AGES noch eine tägliche Steigerungsrate von 1,1.

6.738 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Österreich am Freitag indessen weiter gesunken. Binnen 24 Stunden (Stand: 9.30 Uhr) meldeten Innen- und Gesundheitsministerium 6.738 neue Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz betrug 726 Fälle auf 100.000 Einwohner. Auf den Intensivstationen stieg die Zahl der Patienten und Patientinnen jedoch um sechs Personen auf 643 an.

Mit Freitag gab es in Österreich somit 123.238 aktive Fälle, um 6.828 weniger als am Tag zuvor. 68 Todesfälle waren seit gestern zu beklagen, was über dem Sieben-Tages-Schnitt von täglich 58,4 Personen lag. Insgesamt forderte die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch 12.693 Tote in Österreich. Pro 100.000 Einwohner sind seit Beginn der Pandemie 142,1 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Im Krankenhaus lagen am Freitag 3.180 Personen, das waren um 61 weniger als gestern gemeldet waren. 643 Menschen wurden auf Intensivstationen betreut. Diese Zahl stieg seit gestern um sechs Patienten und Patientinnen an.

Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 573.618 PCR- und Antigen-Schnelltests eingemeldet. Davon waren 416.685 aussagekräftige PCR-Tests. Die Positiv-Rate betrug hier 1,6 Prozent. Dieser 24-Stunden-Wert lag unter dem Schnitt der vergangenen Woche von 2,2 Prozent.

109.574 Impfungen wurden am Donnerstag durchgeführt. Insgesamt hatten laut den Daten des E-Impfpasses somit 6,374.080 Österreicher und Österreicherinnen bereits zumindest eine Impfung erhalten. 6,007.080 Menschen und somit 67,2 Prozent der Menschen in Österreich verfügten über einen gültigen Impfschutz.

Von den 109.574 Impfungen am Donnerstag waren 9.839 Erststiche (8,98 Prozent). Damit lag die Zahl der erstmaligen Impfungen unter dem Sieben-Tages-Schnitt von 11.543. 18.053 Impfungen waren Zweitstiche. Der Großteil waren mit 81.682 aber Drittstiche (74,55 Prozent).

0,6 Prozent Kinder bis elf Jahre Off Label geimpft

Die Impfraten nach Altersgruppen: Bei den Zwölf- bis 24-Jährigen hatten 60,3 Prozent ein gültiges Impfzertifikat, in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre betrug die Rate 66,6 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen 71,2 Prozent. 74,5 Prozent der Personen zwischen 45 und 54 Jahren waren mit Zertifikat nachweisbar gegen Covid-19 geschützt, 82,1 Prozent in der Gruppe 55 bis 64. Die 65- bis 74-Jährigen wiesen eine Quote von 86,1 Prozent auf, die 75- bis 84-Jährigen 90,6 Prozent und die Gruppe 85plus 90,8 Prozent. Für Kinder bis elf Jahre, die derzeit lediglich „Off Label“ geimpft werden, wurden 0,6 Prozent ausgewiesen.

Am höchsten war die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) im Burgenland mit 73,4 Prozent. In Niederösterreich hatten 69,5 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 67,4 Prozent. Nach Wien (66,4), Tirol (66), Vorarlberg (64,5), Kärnten (64,1) und Salzburg (63,8) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 62,7 Prozent.

Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz war am Freitag Kärnten mit 1.323,5, gefolgt von Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich (1.147,2, 887,3 bzw. 872). Weiters folgten Tirol (845,8), die Steiermark (714,7), Niederösterreich (621,5), das Burgenland (495,6) und Wien (390,1).

Immer weniger Infektionen lassen sich nachverfolgen

Bezogen auf ganz Österreich mit Ausnahme von Wien wurde in der vergangenen Woche (22. bis 28. November) mit einem Anteil von 27,5 Prozent ein bisheriger Tiefstand erreicht, zeigt die aktuelle Epidemiologische Abklärung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Mitte Oktober ließ sich noch bei deutlich mehr als der Hälfte der Fälle die Infektionsquelle eruieren.

Für ein zielführendes Contact Tracing wäre zumindest eine Erfolgsquote zwischen 60 und 70 Prozent wünschenswert. Davon war man zuletzt in einigen Bundesländern - vor allem in Oberösterreich und in Tirol - weit entfernt.

Was die Orte der Ansteckung betrifft, dominierten - mitten im österreichweiten harten Lockdown keine Überraschung - die privaten Haushalte. Von den geklärten Fällen ließen sich 87,3 Prozent diesem Setting zuordnen, in Wien waren es sogar 90,3 Prozent. Der Bildungsbereich trug österreichweit mit 6,7 Prozent zum Infektionsgeschehen bei - ein geringer Wert als in den beiden vorangegangenen Wochen, was insofern von Interesse ist, als Schulen vom Lockdown ausgenommen sind. Weiter auffallend: der Sektor Arbeit trug lediglich mit 0,8 Prozent zum Infektionsgeschehen bei, der Bereich Freizeit dagegen - trotz Lockdown - mit 2,8 Prozent.

Omikron in Wien bestätigt

In Wien gibt es nun ebenfalls den ersten bestätigten Omikron-Fall und acht Verdachtsfälle. Alle hielten sich laut Sonja Vicht, Sprecherin des Gesundheitsdienstes (MA 15), im südlichen Afrika auf und machten bei der Heimreise einen Zwischenstopp in Mosambik oder Simbabwe. Die Betroffenen haben laut Vicht milde Krankheitsverläufe und befinden sich in Quarantäne. Ihre Tests werden derzeit sequenziert, um festzustellen, ob es sich dabei um die Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) handelt. Die AGES kümmert sich bei diesen Fällen derzeit um das Contact-Tracing.

Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika ruft Vicht dazu auf, sich unverzüglich testen zu lassen. Sie sollen in die Teststraße auf der Floridsdorfer Brücke kommen und dort mitteilen, Reiserückkehrer zu sein. Damit erhielten sie ein beschleunigtes Verfahren. Auch, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, appelliert Vicht an Betroffene, zunächst zu Hause zu bleiben und „engmaschig“ PCR-Tests durchführen.