Studie

Operation bei Adipositas verlängert Leben und erhöht Lebensqualität

In Österreich sind 3,7 Millionen Menschen über 15 Jahre übergewichtig, rund 17 Prozent von ihnen haben Adipositas, also einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30. Operationen zur Gewichtsreduktion bei Fettleibigkeit wirken für Adipositas-Kranke lebensverlängernd und steigern die Lebensqualität, zeigt eine neue Studie an der MedUni/AKH Wien. Dadurch werden dem Gesundheitssystem außerdem langfristig Kosten gespart, hieß es am Donnerstag in einer MedUni-Aussendung.

red/Agenturen

Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit einem hohen Gesundheitsrisiko, betonen die Mediziner darin. Unbehandelt sinkt die Lebenserwartung der Betroffenen um bis zu sieben Jahre und die Betroffenen haben mit Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes zu rechnen.

Je nach Indikation auch „bariatrische Chirurgie“ oder „metabolische Chirurgie“ genannt, umfasst die Adipositas-Chirurgie eine Reihe an minimal-invasiven chirurgischen Operationsmethoden, mit deren Hilfe eine dauerhafte Gewichtsreduktion bei Betroffenen erreicht werden kann. Dadurch verbessern sich Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Gelenkserkrankungen und Schlafapnoe deutlich.

Nun wurden weitere Effekte der Behandlungsmethode für die Betroffenen und das Gesundheitssystem nachgewiesen. „In der Studie konnten wir feststellen, dass die Lebensqualität der Betroffenen nach einer Operation signifikant steigt und sich ihre Lebensdauer verlängert. Abhängig von der jeweiligen Begleiterkrankung weisen die Ergebnisse eine Lebensverlängerung der Betroffenen um mehrere Jahre nach, beispielsweise bei Diabetes mellitus Typ 2 um rund sieben Jahre“, berichtete Gerhard Prager von der Klinischen Abteilung für Viszeralchirurgie der MedUni.

Langfristig wirkt sich die Adipositas-Chirurgie auch auf das Gesundheitssystem positiv aus. „Die Studie zeigt, dass die bariatrisch-metabolische Chirurgie langfristig zu einer Kosteneinsparung führt, da kostenintensive Behandlungen von Begleiterkrankungen reduziert werden und sich der Gesundheitszustand der Betroffenen allgemein verbessert“, erläuterte Prager. Jährlich werden in Österreich rund 3.000 bariatrische bzw. metabolische Eingriffe durchgeführt.

Studie im Fachblatt „Journal of Thrombosis and Haemostasis“