Sputnik V: wegen fehlender Daten noch keine WHO-Zulassung

Der Kreml hat eingeräumt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den russischen Impfstoff Sputnik V wegen nach wie vor fehlender Daten noch nicht zugelassen hat. Die Daten seien noch nicht geliefert worden, weil „wir eine andere Vorstellung davon hatten, welche Informationen“ übermittelt werden sollten und „wie diese geliefert werden sollten“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Russland habe „andere Standards“, passe sich aber allmählich den Anforderungen an.

red/Agenturen

Russland hatte im August 2020 als erstes Land weltweit seinen selbstentwickelten Impfstoff zugelassen - noch vor der letzten klinischen Studienphase mit zehntausenden Probanden. Seit Ende des vergangenen Jahres wird Sputnik V in Russland und einer Reihe weiterer Staaten eingesetzt, die renommierte Fachzeitschrift „The Lancet“ hat das Vakzin für sicher und zu 90 Prozent wirksam erklärt.

Doch weder die US- noch die EU-Arzneimittelaufsicht haben bisher eine Zulassung für das russische Vakzin erteilt. Auch die WHO hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass immer noch „das vollständige Dossier zu Sputnik V“ ausstehe.

„Nur 'unsere Leute' verstehen es nicht“

Die Antikorruptionsstiftung des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny machte die russischen Behörden für die Verzögerungen beim Zulassungsverfahren der WHO verantwortlich. „Die anderen Impfstoffentwickler haben es geschafft, zu verstehen, was die WHO von ihnen für die Zertifizierung verlangt“, erklärte die Stiftung ironisch auf Twitter. „Nur 'unsere Leute' verstehen es nicht“. Die Konsequenz sei, „dass unsere eigenen Bürger diesem Impfstoff misstrauen, weil die WHO ihn nicht zulassen kann“.

 

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