Omikron

Südafrika kritisiert Reisebeschränkungen als heuchlerisch

Südafrikas Außenministerin Naledi Pandori hat die Reisebeschränkungen zahlreicher Industriestaaten gegen die Länder des südlichen Afrikas am Dienstag als heuchlerisch und diskriminierend kritisiert. England hat auf aktuelle Entwicklungen reagiert und sich angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante im eigenen Land vorerst von der verpflichtenden Hotel-Quarantäne verabschiedet.

red/Agenturen

Naledi Pandori, Außenministerin Südafrikas, sagte bei einer Videokonferenz: „Traurig ist für uns das heutige Wissen, dass die Omikron-Variante seit langem schon in vielen der Länder präsent war, die uns gebannt haben - und dennoch haben sie nichts gesagt und Warnzeichen der Weltgesundheitsorganisation und der Vereinten Nationen bezüglich klinischer Reaktionen auf die Pandemie und das Vermeiden von Reisebeschränkungen ignoriert“. Die Beschränkungen hätten ihrem Land enormen Schaden zugefügt.

Unfaire Diskriminierung

Südafrika und Botswana hatten die internationale Gemeinschaft umgehend nach der Entdeckung der Omikron-Variante informiert. Die Reisebeschränkungen folgten kurz darauf. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kritiserte die Restriktionen vor einiger Zeit als unfaire Diskriminierung, die eine klare Abkehr von der Erklärung beim G20-Gipfel in Rom darstellten. Darin hatten sich die Industrieländer verpflichtet, den unterentwickelten Staaten bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Wirtschaft zu helfen.

England schafft Hotel-Quarantäne für Reisende ab

England hat nun auf die aktuellen Entwicklungen reagiert und sich angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante im eigenen Land vorerst von der verpflichtenden Hotel-Quarantäne verabschiedet, die bisher für einige Einreisende galt. Ab Mittwoch (4.00 Uhr Ortszeit) würden alle elf noch verbleibenden Länder - also Südafrika und weitere afrikanische Staaten - von der sogenannten roten Liste entfernt, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Dienstag im Londoner Unterhaus. Da sich Omikron bereits schnell im Land, verbreite, sei die Maßnahme nicht mehr geeignet, um die Ausbreitung bedeutsam zu verhindern, sagte Javid. Die anderen britischen Landesteile haben ihre eigenen Einreiseregeln.

An der Pflicht für Einreisende aus allen Ländern, sich vor und nach der Einreise zu testen, hält die britische Regierung jedoch bisher fest. Nach der Einreise ist ein PCR-Test notwendig, der bei einem zertifizierten Anbieter auf eigene Kosten gebucht werden muss. Bei der Pflicht zur Vorlage eines negativen Testergebnisses vor Antritt der Reise reicht auch ein Antigen-Test aus. Die Regierung behält sich außerdem vor, bei einer veränderten Lage wieder Länder auf die rote Liste zu setzen.