Reich und Striedinger

Regierung setzt Krisenkoordinatoren ein

Die Regierung richtet angesichts der Omikron-Variante eine neue „gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination“, kurz „GECKO“ ein. Als Krisenmanager an der Spitze sollen Generalmajor Rudolf Striedinger und Katharina Reich, Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, fungieren. Sie sollen die Bereiche Impfen, Testen und Medikamentenbestellung koordinieren. Das gab die Regierung Freitagabend bekannt.

red/Agenturen

Mit Striedinger - er ist seit Sommer stellvertretender Generalstabschef - bekommt das Bundesheer eine stärkere Rolle in der Corona-Bekämpfung. In der Vergangenheit hat die Regierung in der Corona-Pandemie bereits auf die Expertise des Bundesheeres zurückgegriffen, es hat etwa Teststraßen organisiert oder auch Gebäude desinfiziert.

„GECKO“ soll jedenfalls keine bestehenden Gremien ersetzen, sondern ein „Team der besten Köpfe“ nach deutschem Vorbild bündeln und regelmäßig beraten. Das Team soll sofort mit der Arbeit beginnen und nächste Woche zusammentreten. Am morgigen Samstagvormittag wird „GECKO“ in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Konkret soll „GECKO“ aus 20 Expertinnen und Experten bestehen, und zwar aus den Bereichen Wissenschaft, operative Umsetzung und Kommunikation. Reich soll sich um den medizinisch-wissenschaftlichen Bereich kümmern, Striedinger wiederum wurde von der Regierung als Logistik-Experte mit der Aufgabe betraut. Neben der Doppelspitze kommen die Teammitglieder aus bestehenden Gremien, die Sozialpartner dürfen ebenso Experten nominieren wie die Bundesländer. Die restlichen Namen werden erst am Samstag veröffentlicht.

Pandemiemanagement entwickelt sich weiter

Ziel ist es laut Regierung, für die drohende Infektionswelle durch die Omikron-Variante und für mögliche weitere Covid-19-Virusvarianten „bestmöglich gewappnet zu sein". Das Team soll regelmäßig beraten und die Corona-Situation bewerten, der Bundesregierung berichten, Handlungsempfehlungen vorschlagen und die operative Umsetzung bei Testen, Impfen, und Arzneimitteln unterstützen. Damit will man mögliche Bedrohungsszenarien noch früher erkennen und bekämpfen können.

„In einer Pandemie ist wichtig, dass man schnell, entschlossen, vorausschauend und auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen handelt und die notwendigen Maßnahmen setzt“, meinte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) vor Journalisten. Auch der Ausbau von PCR-Testmöglichkeiten sowie die Beschleunigung des Impffortschritts seien entscheidend. „Ich bin froh, dass wir für GECKO die absolut besten Expertinnen und Experten, unter Führung eines Generals und des Gesundheitsministeriums gewinnen konnten. Sie werden uns helfen, die notwendigen Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen“, streute Nehammer dem neuen Team Rosen. „Die nächste Welle wird kommen, wir wollen bestmöglich dafür gerüstet sein, um sie zu bekämpfen."

„Das Virus entwickelt sich weiter, und damit auch das Pandemiemanagement“, argumentierte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). „Um uns bestmöglich vor der drohenden fünften Welle zu schützen, werden wir noch mehr testen, noch mehr sequenzieren und noch mehr und schneller impfen müssen - und zwar in ganz Österreich, in jedem Bundesland, in jedem Bezirk und in jeder Gemeinde.“ Mit neuen Therapien würden weitere Lösungen, aber auch neue logistische Herausforderungen auf die Regierung zukommen, verwies Mückstein auf bald erwartete Medikamente.