Coronavirus

Omikron im Großraum Paris vermutlich schon vorherrschend

„Omikron verbreitet sich extrem schnell in Ile-de-France. Wir schätzen, dass sich in Paris und Umgebung die Omikron-Variante bereits als vorherrschend durchgesetzt hat“, sagte der Datenexperte Guillaume Rozier dazu, der die Zahlen des französischen Gesundheitsministeriums auswertet, dem Sender FranceInfo.

red/Agenturen

Die französische Regierung plant eine außerordentliche Kabinettssitzung für Montag, um die Umwandlung des Gesundheitspasses in einen Impfpass noch früher als zunächst geplant auf den Weg zu bringen. Dies entspricht der deutschen 2G-Regel. Ein negativer Corona-Test soll künftig nicht mehr ausreichen, um am öffentlichen Leben teilzunehmen.

„Die Omikron-Variante kommt an“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Videokonferenz mit Premierminister Jean Castex. Rund 20 Prozent der Corona-Fälle landesweit seien bereits auf Omikron zurückzuführen, teilte die Regierung am Dienstagabend mit. Am Wochenende waren es demnach noch zehn Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit landesweit bei 537. In Paris liegt sie bei Menschen zwischen 20 und 39 Jahren sogar bei über 1.400.

Hospitalisierungen großes Fragezeichen

Die Schätzungen basierten derzeit auf Analysen, die nur einzelne Veränderungen des Virus untersuchen, die auf die Variante hinweisen, erklärte Experte Rozier. Eine Sequenzierung, die eine Variante nachweisen kann, werde in Frankreich derzeit nur bei einem Prozent der Fälle angewandt.

Die Regierung schließt angesichts der steigenden Zahlen weitere Einschränkungen nicht aus. „Wenn wir feststellen, dass sich die Epidemie wegen der Omikron-Variante sehr schnell ausbreitet, können wir (über die aktuellen Regeln) hinausgehen“, sagte Attal. „Die große Frage ist, wie viele Fälle ins Krankenhaus kommen“, betonte er.

Attal wies zudem darauf hin, dass die Auffrischungsimpfung vor Omikron schütze. Mittlerweile hätten mehr als 20 Millionen Menschen in Frankreich die Booster-Impfung bekommen. Am Montag hatte die französische Gesundheitsbehörde zudem grünes Licht für die Impfung von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren gegeben. Die Kinderimpfungen sollen am Mittwoch starten.