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Omikron

Mehr als 100.000 Infektionen in Großbritannien an einem Tag

In Großbritannien sind erstmals mehr als 100.000 Infektionen mit dem Coronavirus an einem einzigen Tag verzeichnet worden. Das Land, das mit einer massiven Omikron-Welle konfrontiert ist, verzeichnete am Mittwoch laut Regierungswebseite 106.122 Neuinfektionen. Die hohen Zahlen bereiten zunehmend Schwierigkeiten in Krankenhäusern und im öffentlichen Verkehr. Die Regierung teilte nun mit, dass sie einen Liefervertrag für Millionen weitere Dosen zweier Corona-Medikamente in Pillenform abgeschlossen habe.

red/Agenturen

Die Omikron-Variante, die in England und Schottland bereits vorherrschend ist, hat die Fallzahlen in ungekannte Höhen schnellen lassen. Zuletzt wurden in Großbritannien rund 90.000 Corona-Fälle pro Tag gemeldet. Trotz der beunruhigenden Entwicklung hatte Premierminister Boris Johnson am Dienstag eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen für den größten Landesteil England für die Festtage ausgeschlossen. Die Regierung will abwarten, bis es eine klare Datenlage dazu gibt, ob mit dem starken Anstieg der Infektionen auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt.

Experten warnen jedoch, dass es zu spät sein könnte, wenn die Datenlage klar sei. Zudem bereiten Personalmängel in Krankenhäusern und im öffentlichen Verkehr zunehmend Schwierigkeiten, weil viele Mitarbeiter sich infizieren und in Selbstisolation gehen. Die Regierung kündigte daher am Mittwoch an, die Dauer der Isolation von zehn auf sieben Tage zu verkürzen.

Die Regionalregierungen in Schottland und Wales hatten hingegen weitere Einschränkungen angekündigt. So gelten für Schottland vom zweiten Weihnachtsfeiertag an Obergrenzen bei Besucherzahlen für Sportveranstaltungen. Für Wales kündigte die Regierung eine Obergrenze von 30 Personen für Veranstaltungen in Innenräumen und 50 Personen im Freien an.

Zugverkehr in Großbritannien beeinträchtigt

Die hohen Zahlen wirken sich mittlerweile auch auf den Zugverkehr aus. So fielen in der vergangenen Woche nach Angaben der Rail Delivery Group 5,2 Prozent der Züge aus, wie die BBC am Mittwoch berichtete - der Durchschnitt liegt bei knapp 3 Prozent. 8,7 Prozent der Belegschaft ihrer Mitgliedsunternehmen seien krankgemeldet - unter anderem wegen Covid-19, heißt es von dem Branchenverband.

Auch an den Weihnachtstagen müssen sich Fahrgäste darauf einstellen, dass ihre Zugreisen nicht wie geplant verlaufen. Der Zugbetreiber LNER, der Verbindungen an der Ostküste der Insel betreibt, verringerte die Zahl seiner Verbindungen „wegen einer Zunahme der Beschäftigten in Corona-Quarantäne“. Von anderen Zugunternehmen gibt es ähnliche Meldungen. Passagiere werden aufgerufen, umzubuchen und ihre Reisen möglichst frühzeitig anzutreten.

Corona-Pillen von Pfizer und MSD

Die britische Regierung teilte am Mittwoch mit, dass Großbritannien einen Liefervertrag für Millionen weitere Dosen zweier Corona-Medikamente in Pillenform abgeschlossen habe und ab Anfang des kommenden Jahres insgesamt 4,25 Millionen Einheiten der Medikamente der US-Pharmakonzerne MSD und Pfizer erhalte. Großbritannien hatte das MSD-Medikament mit dem Wirkstoff Molnupiravir bereits Anfang November als erstes Land weltweit zugelassen. Das Pfizer-Mittel mit dem Wirkstoff Ritonavir ist noch nirgends zugelassen.

Molnupiravir, das unter dem Namen Lagevrio vertrieben wird, wird derzeit in einer landesweiten Studie der Universität Oxford eingesetzt, an der Menschen teilnehmen können, die unter Covid-19-Symptomen leiden. Zugelassen wurde das Medikament zudem für Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, darunter Krebspatienten.

Die Pille von Pfizer, die unter dem Namen Paxlovid vermarktet wird, soll laut London „so schnell wie möglich“ auf dieselbe Weise eingesetzt werden, sobald sie das grüne Licht der britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) erhält.