Israelische Klinik startet Studie zu vierter Corona-Impfdosis

In Israel hat eine Klinik eine Studie zu einer vierten Corona-Impfdosis gestartet. An der Untersuchung des Sheba-Krankenhaus am Rand von Tel Aviv beteiligen sich 150 Freiwillige unter den Mitarbeitern der Klinik, deren dritte Corona-Impfdosis mindestens vier Monate zurückliegt und bei denen es Hinweise auf abnehmende Antikörper gegen Covid-19 gibt. Die israelische Regierung erwägt derzeit, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu einer vierten Corona-Impfung aufzurufen.

red/Agenturen

Bei der Studie mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer würden die potenzielle Erhöhung von Antikörpern durch eine vierte Impfspritze und ihr Potenzial für die Verhinderung einer Corona-Infektion untersucht, teilte die Direktorin der Abteilung für Infektionskrankheiten und Epidemiologie der Sheba-Klinik, Gili Regev-Yochay, mit. Dabei würden auch mögliche negative Wirkungen einer solchen nochmaligen Booster-Impfung in den Blick genommen. Die Probanden sollen den Angaben zufolge sechs Monate lang beobachtet werden.

Die Sprecherin des israelischen Gesundheitsministeriums, Gal Rotem Golan, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Ministerium habe die Studie genehmigt, um die „Effizienz" einer vierten Corona-Impfdosis zu untersuchen. Der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Nachman Asch, prüft derzeit die Empfehlung eines israelischen Expertengremiums, mit der Verabreichung einer vierten Corona-Impfung bei medizinischem Personal und Menschen über 60 Jahren zu beginnen.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett unterstützt die Empfehlung unter Verweis auf das Risiko durch die hochansteckende neue Coronavirus-Variante Omikron. Voraussetzung ist aber die Zustimmung des Gesundheitsministeriums. Asch fordert israelischen Medien zufolge zufolge mehr Zeit für die Prüfung dieser Entscheidung, um mehr Daten zur Schwere von Omikron-Infektionen berücksichtigen zu können.

Israel hat die Corona-Impfkampagnen schnell vorangetrieben. Von den 9,3 Millionen Bürgern des Landes haben mittlerweile etwa 4,2 Millionen bereits drei Impfdosen erhalten.