Coronavirus

Fallzahlen in Griechenland binnen 24 Stunden verdoppelt

Die griechische Gesundheitsbehörde hat von Montag auf Dienstag 21.657 Corona-Neuinfektionen registriert. Das ist mehr als doppelt so viel wie am Tag zuvor und ein neuer Negativ-Rekord seit Beginn der Pandemie. Bisher lag die Zahl der Neuinfektionen in dem Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern täglich bei 3.000 bis 5.000 Fällen. Den sprunghaften Anstieg führen die Fachleute auf die Omikron-Variante zurück, die sich vor allem in Athen ausbreitet. Auch auf Zypern und Malta verschärft sich die Situation.

red/Agenturen

Gut die Hälfte der Neuinfektionen registrierten die Behörden am Dienstag im Großraum der Hauptstadt, bei rund 70 Prozent handle es sich um Omikron, hieß es im Staatsfernsehen. Der griechische Gesundheitsminister Thanos Plevris hatte bereits am Montag angekündigt, dass die Corona-Maßnahmen wegen Omikron von Jänner an verschärft würden. Nun behält die Regierung sich vor, schneller zu handeln. Am Mittwoch will Regierungschef Kyriakos Mitsotakis mit dem Corona-Krisenstab tagen, am Mittag sollen die Ergebnisse des Treffens und möglicherweise auch neue Maßnahmen verkündet werden.

Auch auf Zypern wurde mit 2.241 Neuinfektionen ein neuer Negativ-Rekord aufgestellt. Dem Experten und Regierungsberater Petros Karayiannis zufolge könnte der Anstieg auf Omikron zurückzuführen sein, meldete die Nachrichtenagentur CNA. Der erste Omikron-Fall auf Zypern wurde am 10. Dezember nachgewiesen.

Stark steigende Infektionszahlen auf Malta

Auch der starke Anstieg der Covid-Neuinfektionen in Malta hält an. In der vergangenen Woche wurde eine Rekordzahl von Infektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Der am Dienstag aufgestellte Rekord von 1.298 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden wurde am Mittwoch mit 1.337 neuen Fällen übertroffen.

Die Zahl der aktiven Infektionen hat sich innerhalb von fünf Tagen verdoppelt - von 4.469 am 24. Dezember auf 8.956 am Mittwoch. In einem Land, das in Europa nach Portugal den zweithöchsten Prozentsatz an vollständig geimpften Einwohnern vorweist, ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Vergleich zur Zahl der Fälle zurückgegangen. Derzeit befinden sich 82 Patienten in den Covid-Krankenhäuser der Insel. Etwa 99 Prozent der neuen Fälle sind Patienten mit nur wenigen Symptomen, die meist einer Erkältung oder leichten Grippe ähneln, berichteten die Gesundheitsbehörden.

Der Anstieg der Fälle auf Malta beunruhigt inzwischen nicht nur die Ärzte, sondern auch die Unternehmer. Während der Prozentsatz der Personen, die in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, unter einem Prozent bleibt, müssen schätzungsweise 30.000 Personen zu Hause bleiben, um die obligatorische Quarantäne für diejenigen, die positiv getestet wurden, einzuhalten. In einem Land mit über einer halben Million Einwohner droht die Zahl der zu Hause gebliebenen Arbeitnehmer zu einer „untragbaren“ Belastung für die Wirtschaft des Landes zu werden.

Forderung der Wirtschaft: kürzere Quarantänezeit

Der wichtigste Unternehmerverband des Landes, die maltesische Handels-, Unternehmens- und Industriekammer, schlug Alarm und forderte die Regierung in einer Erklärung auf, die Anzahl der Tage zu verringern, die für die Quarantäne von vollständig geimpften und positiv getesteten Personen oder von Personen, die mit einem positiven Fall in Kontakt gekommen sind, vorgeschrieben sind. Derzeit sind 14 Tage vorgesehen, und die Unternehmer fordern eine Verkürzung auf zehn Tage für asymptomatische Fälle und auf sieben Tage für Personen, die nur einen Kontakt mit positiven Personen hatten.

„Es besteht ein konkretes Risiko, dass Unternehmen, die wesentliche Dienstleistungen erbringen, nicht ohne Unterbrechungen arbeiten können“, schreibt der Verband. „Unternehmen werden mit ernsthaften Problemen zu kämpfen haben, die die Versorgungskette weiter beeinträchtigen könnten. Supermärkte, Geschäfte und der Tourismussektor werden besonders hart betroffen sein“.

Athen Griechenland
Vor allem in der griechischen Hauptstadt Athen breitet sich Omikron rasant aus.
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