Corona-Verordnungen

Italiens Koalition über Schulmaßnahmen uneins

Die italienische Regierung hat am Mittwochabend die Lockerung einiger Corona-Restriktionen beschlossen. Einige Maßnahmen sorgen jedoch für Konflikte in der Regierungskoalition. Die in Rom mitregierende Lega weigerte sich im Ministerrat, den neuen Vorschriften zuzustimmen und beklagte Diskriminierung auf Kosten nicht geimpfter Schüler.

red/Agenturen

Beschlossen wurde, dass geimpfte Kinder vom Fernunterricht bei Covid-Fällen ausgenommen sind und immer in die Schule dürfen. Nicht geimpfte Kinder werden künftig erst bei fünf positiven Covid-Fällen in den Distanzunterricht geschickt werden - zuletzt war das ähnlich wie in Österreich bei zwei infizierten Kindern der Fall.

Die Vorschriften würden ungeimpfte Kinder diskriminieren, protestierten die drei Lega-Minister, die den Beschluss des Ministerrats nicht unterzeichneten. Premier Mario Draghi wies diesen Vorwurf zurück. „Wir kommen den Bedürfnissen der Familien entgegen, die das derzeitige System der Quarantäne als zu kompliziert und restriktiv empfinden“, sagte er. „Wir wollen die Nutzung des Fernunterrichts stark einschränken, damit immer mehr Kinder vom Präsenzunterricht profitieren können.“

88 Prozent der Italiener über 12 Jahre geimpft

Zuletzt hatte die Lega immer wieder die Anti-Corona-Maßnahmen Draghis kritisiert. So hatte sich die rechte Partei von Ex-Innenminister Matteo Salvini vergeblich gegen die Einführung einer Impfpflicht für Italiener über 50 Jahre und die 2G-Pflicht für alle Arbeitnehmer gewehrt.

Das Tragen von Masken im Freien bleibt nach dem Beschluss der Regierung weiterhin bestehen. Zudem werde die Gültigkeit des Impfpasses für Geboosterte und Genesene auf einen unbegrenzten Zeitraum ausgeweitet, erklärte Draghi. Bisher war der Impfpass des Landes nur sechs Monate lang gültig. Seine Regierung arbeite an einem Zeitplan für weitere Lockerungen auf der Grundlage der Infektionszahlen, so der Premier. Nahezu 88 Prozent der italienischen Bevölkerung über zwölf Jahre sind geimpft, rund 34 Millionen Menschen haben eine dritte Dosis erhalten.

 

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Italien verlängert seine aktuellen Reiseregeln bis Ende Mai.
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