Coronavirus

Impfkritische Kärntner Schulärztin bekämpft Entlassung

Ein offener Brief an Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, in dem sich Mediziner gegen eine Empfehlung der Corona-Impfung wehren, hat nach einer Wiener Schulärztin auch eine langjährige Schulärztin aus Kärnten ihre Stelle gekostet. Diese hat nun eine Klage auf Fortbestand des Dienstverhältnisses eingebracht, berichtet die „Kleine Zeitung“ (Freitagsausgabe). Andere Entlassungen von Bundesschulärzten in Zusammenhang mit dem Brief gab es laut Bildungsressort nicht.

red/Agenturen

Laut Ministerium fanden sich die Namen von acht Schulärztinnen und Schulärzten an Bundesschulen (AHS, BMHS) unter dem Schreiben, in dem die Effektivität und Sicherheit des Impfstoffs bei gesunden Personen unter 65 ohne Risikofaktoren infrage gestellt wird. Die Bildungsdirektionen wurden daraufhin beauftragt zu klären, ob der Brief wirklich von diesen unterzeichnet wurde, und gegebenenfalls eine Entlassung auszusprechen. Das ist allerdings in keinem der anderen Fälle passiert, die Betroffenen hätten sich im Gespräch alle im Nachhinein von Inhalten des Briefs distanziert, hieß es aus dem Ministerium. Im Falle einer Schulärztin in Oberösterreich sei der Vertrag ausgelaufen. Den Kärntner Fall wollten Bildungsdirektion und Bildungsministerium mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren.

Die langjährige Kärntner Schulärztin zeigt sich in dem Bericht der „Kleinen Zeitung" empört über ihre Entlassung: „Mit einer Kündigung wäre ich einverstanden gewesen, aber ich lasse mich nach 20 Jahren nicht wie ein Schwerverbrecher davonjagen“, wird sie zitiert. Sie sei nicht gegen die Coronaimpfung, nur die Impfung von Kindern halte sie für problematisch. Die Medizinerin hatte im Dezember das Telefonat mit der Bildungsdirektion, in dem sie über die Auflösung des Dienstverhältnisses informiert wurde, mitgefilmt und auf verschiedenen sozialen Medien bzw. Kanälen gepostet.

Ihr Anwalt Alexander Todor-Kostic hat nun Klage auf Fortbestand des Dienstverhältnisses beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht, wie er gegenüber der APA bestätigt. Die Ärztin habe keinen Entlassungsgrund gesetzt, sondern nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht. Im Falle einer Entlassung müsse laut Oberstem Gerichtshof der Entlassungsgrund aber so schwerwiegend sein, dass eine Weiterbeschäftigung auch objektiv betrachtet nicht zumutbar sei, so seine Argumentation.