Burgenländische Ärztekammer will Runden Tisch zu Bereitschaftsdienst

Die burgenländische Ärztekammer will mit Land und Gesundheitskasse (ÖGK) über eine Neuausrichtung des allgemeinmedizinischen Bereitschaftsdienstes an den Wochenenden verhandeln. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen sei notwendig, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Die Kammer habe Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bereits ein Konzept vorgelegt, das aber unbeantwortet geblieben sei. Stattdessen hatte Doskozil eine Verfassungsklage angekündigt.

red/Agenturen

Der Landeshauptmann ist für eine verpflichtende Bereitschaft an Wochenenden oder Feiertagen, derzeit erfolgt sie aber freiwillig. Dieses System wurde im Burgenland Mitte 2021 als einem der letzten Bundesländer eingeführt. Laut Ärztekammer lag die Abdeckung Ende 2021 bei 99 Prozent, seit Jahresbeginn bemerke man aber ein „Abbröckeln“ und immer mehr unbesetzte Sprengel, wenngleich die Abdeckung mit 93 Prozent nach wie vor hoch sei. Grund für den Rückgang seien die unattraktiven Rahmenbedingungen.

In ihrem Konzept habe die Ärztekammer deshalb Verbesserungen vorgeschlagen. Auf Ersuchen von Doskozil sei dieses dem Land bereits Mitte September übermittelt worden, aber bisher unbeantwortet geblieben. Von der möglichen Verfassungsklage habe die Kammer aus den Medien erfahren. Es sei „vollkommen unverständlich, wenn mit der Ärztekammer, die zu einem solchen Dienst bereit ist und auf Wunsch der Politik auch ein Konzept, wie es funktionieren könnte, erarbeitet hat, nicht einmal gesprochen wird“, kritisierte die Kammer. Sie will die Organisation des Bereitschaftsdienstes jetzt bei einem Runden Tisch mit Land und ÖGK klären.

Dass die Zentralen Aufnahmestationen in den Spitälern den Dienst übernehmen könnten, hält die Ärztekammer für keine gute Idee. Das würde eine „vollkommen inakzeptable“ Zusatzbelastung für die Krankenhäuser bedeuten, die diese nicht mehr stemmen könnten, hieß es. Die burgenländischen Spitäler würden dadurch für die Ärz:innen unattraktiver und die wohnortnahe Versorgung der Patienten gehe verloren.