Virtuelles Treffen

„Global Disability Summit“: Gipfel für eine barrierefreie Welt

Die Welt für Menschen mit Behinderungen barrierefrei machen: Dieses Ziel hat der „Global Disability Summit“, der - wohl coronabedingt - virtuell am Mittwoch und Donnerstag abgehalten wird. Dabei präsentieren staatliche und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure ihre internationalen Vorhaben, um diesem Ziel näherzukommen, wie die NGO „Licht für die Welt“ am Dienstag mitteilte. Der Gipfel solle damit ein „Meilenstein zur Inklusion werden“.

red/Agenturen

Nach Infos von „Licht für die Welt“, der Fachorganisation für Menschen mit Behinderungen, soll auch der Staat Österreich erstmals die Verpflichtungen präsentieren, die er bereit ist, in diesem Bereich einzugehen. „Wir erwarten von den Regierungen beachtliche Ankündigungen und deren Umsetzung“, forderte Rupert Roniger, internationaler Geschäftsführer von „Licht für die Welt“.

Gerade Menschen mit Behinderungen würden von der Pandemie einerseits und durch die Auswirkungen der Klimakrise andererseits besonders getroffen. Dafür ist auch die virtuelle Form des Gipfels sichtbares Zeichen. „Licht für die Welt“ selbst wird 22 Commitments (Verpflichtungen, Anm.) präsentieren, welche die Organisation eingehen will und die bis 2025 regelmäßig überprüft und dann abschließend noch einmal evaluiert werden sollen.

Hehre Ziele bis zum Jahr 2023

Diese 22 Verpflichtungen betreffen die Bereiche Augengesundheit, Inklusive Bildung, Arbeitsmarkt, Humanitäre Hilfe, Rechte, Gender- und Klimagerechtigkeit. So will „Licht für die Welt“ bis 2023 die Augengesundheit von 2,5 Millionen Menschen in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und Uganda sicherstellen. Dabei sollen, damit die Schere zwischen Frauen und Männern bei der Augengesundheit geschlossen wird, 55 Prozent der Patienten weiblich sein.

„Viel weniger Frauen als Männer nehmen unsere Behandlungen in Anspruch“, erläuterte Roniger. Strukturelle Diskriminierung versperre ihnen den Weg zu Operationen am Grauen Star oder zur medikamentösen Behandlung von Augeninfektionen. „Das wollen wir ändern, indem wir das medizinische Personal und Communities sensibilisieren, sowie Frauen gezielt ansprechen, sich bei Augenproblemen Hilfe zu holen“, berichtete Roniger.

Weiters sollen 9.000 junge Menschen mit Behinderungen bis 2025 wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen. „Licht für die Welt“ treibt dadurch nach eigenen Angaben den Systemwandel in sechs afrikanischen Ländern voran: Durch Aus- und Weiterbildung könnten Menschen mit Behinderungen ihre Potenziale entfalten, Einkommen erwirtschaften und so selbstbestimmt leben. Durch Beratung und Training schaffen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen eine inklusives Arbeitsumfeld und profitieren von qualifiziertem Personal, so die Fachorganisation.