Corona-Pandemie

Immer mehr Länder lockern Corona-Maßnahmen wegen sinkender Zahlen

Immer mehr Länder in Europa lockern angesichts sinkender Infektionszahlen ihre Corona-Beschränkungen. In Frankreich können seit Mittwoch Diskotheken wieder öffnen, Konzertveranstalter dürfen Stehplätze anbieten. In den Niederlanden dürfen ab Freitag Nachtclubs und Bars wieder bis ein Uhr nachts geöffnet haben. Und auch die Schweiz hebt ihre Beschränkungen großteils auf.

red/Agenturen

Zuvor hatten bereits Dänemark und Norwegen die meisten Corona-Maßnahmen abgeschafft. Ab 5. März soll nun in Österreich ein „Großteil der Einschränkungen, die die Menschen so beschweren, wegfallen“, kündigte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer an. Dann können Menschen wieder ohne Impf- oder Testnachweis Hotels, Gaststätten und Bars besuchen. Auch die nächtliche Sperrstunde wird aufgehoben.

Ungeimpfte dürfen schon ab dem kommenden Samstag wieder Restaurants und Hotels besuchen, dann endet wie geplant die 2G-Regel, bei der nur Geimpfte und Genesene zugelassen werden. Bis zum 5. März müssen nicht geimpfte Gäste aber noch einen gültigen Corona-Test vorzeigen. Die 3G-Regel bleibt nur in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern für Mitarbeiter und Besucher bestehen. Im öffentlichen Nahverkehr, in Supermärkten, Apotheken, Postämtern, Banken und Krankenhäusern muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden.

Frankreich: Diskos wieder offen

In Frankreich wurden am Mittwoch die Diskotheken wieder geöffnet. Nach den neuen Regelungen ist es nun auch wieder erlaubt, an der Bar ein Getränk im Stehen einzunehmen. Gesundheitsminister Olivier Véran stellte ein Ende der Maskenpflicht für Mitte März in Aussicht, falls das Infektionsgeschehen es zulasse. „Wenn die Krankenhäuser wieder normal funktionieren und das Virus sich nur noch langsam verbreitet, dann können Erwachsene und Kinder in Innenräumen auf die Maske verzichten“, sagte Véran dem Sender France Info.

Die Regierung in Paris hatte die Lockerungen bereits angekündigt, als der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle noch nicht erreicht war. Inzwischen ist er aber eindeutig überschritten. Innerhalb einer Woche ist die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich um 44 Prozent zurückgegangen.

Niederlande: bald fallen alle Beschränkungen

In den Niederlanden kündigte Gesundheitsminister Ernst Kuipers am Dienstagabend an: „Das Land wird wieder geöffnet.“ Ab Freitag dürfen Nachtclubs und Bars wieder bis ein Uhr nachts geöffnet haben. Eine Woche später sollen dann sämtliche Beschränkungen der Öffnungszeiten wegfallen. Auch der Corona-Gesundheitspass, mit dem die Niederländer nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, wird zum 25. Februar abgeschafft. Die Abstands- und Maskenpflicht fällt dann ebenfalls an den meisten Orten weg. Die Quarantänezeit für Infizierte wird auf fünf Tage verkürzt.

Auch die Schweiz lockert Maßnahmen

Auch die Schweiz hob ihre Corona-Maßnahmen weitgehend auf. Nur die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen sowie die fünftägige Isolationspflicht für positiv Getestete bleiben bis Ende März bestehen, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte. Ab Donnerstag ist demnach der Besuch von Geschäften, Restaurants, Kinos, Theatern und Veranstaltungen ohne Maske und Corona-Zertifikat möglich. Die Homeoffice-Empfehlung fällt ebenfalls weg. Die Kapazitätsbeschränkungen in Geschäften und Seilbahngondeln werden aufgehoben.

„Dank der hohen Immunität in der Bevölkerung ist eine Überlastung des Gesundheitssystems trotz der weiterhin hohen Viruszirkulation unwahrscheinlich“, begründete der Bundesrat den Schritt. Knapp 69 Prozent der Schweizer sind vollständig geimpft.

Die Gesundheitsminister der Länder warnten jedoch, die Pandemie sei noch nicht vorbei. Der niederländische Gesundheitsminister Kuipers betonte, auch wenn 2der Höhepunkt überschritten zu sein scheint“, sei die Pandemie noch nicht überwunden. Österreichs Kanzler Nehammer rief ebenfalls zur Vorsicht auf. „Wir haben die Pandemie noch nicht überwunden“, betonte er.

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