Coronavirus

Wien startet Initiative für Menschen mit Impfsorgen

In Wien werden Personen, die etwa Angst vor einer Impfung oder vor medizinischen Einrichtungen haben, speziell betreut. Im Rahmen der Initiative „Sorgen-los Impfen“ erfolgt nicht nur eine umfangreiche Beratung und Betreuung im Vorfeld. Es gibt nun auch einen speziellen Impfort: Im Hallenbad Brigittenau wurde ein eigener Raum eingerichtet. Das Angebot richtet sich auch an Menschen, die sozialem Druck von Maßnahmenkritikern ausgesetzt sind.

red/Agenturen

Wem das Thema Impfen Sorge bereitet oder für den es angstbesetzt ist, wird ersucht, zunächst die Corona-Sorgenhotline (01/4000-53000) zu kontaktieren. Dort wird man beraten und bis zur Terminvergabe laufend betreut. Ob es sich um den Erststich oder um Booster-Impfungen handelt, spielt keine Rolle. Das Vakzin wird dann in einem „Impf-Salon“ verabreicht. Dieser wurde nicht nur speziell eingerichtet, er verfügt auch über Personal, das für solche Fälle ausgebildet wurde.

Versucht wurde, über eine möglichst entspannte Umgebung Ängsten entgegenzuwirken, wurde bei der Präsentation durch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag erläutert. Die Privatsphäre wird auch durch einen eigenen Eingang geschützt. Durch diesen kommt man in den zur Impfstelle umfunktionierten Saunabereich, wo bequeme Sitzgelegenheiten und Pflanzen postiert wurden. Betreut werden die Gäste von Ärzt:innen oder auch Psycholog:innen, die jedoch in Straßenkleidung anwesend sind und auch keine Handschuhe tragen.

„Vier Prozent fürchten sich vor einer Spritze“

Es bleibt auch, so wird versprochen, genug Zeit, um ein längeres Gespräch zu führen. Auch muss man nicht warten, da keine anderen Personen vor Ort sind - abgesehen von bestimmten Zeiten, wo es möglich ist, spontan das Angebot zu nutzen. Die Impf-Lounge wird vom Wiener Gesundheitsdienstes (MA 15), basierend auf einem Konzept der Psychosozialen Dienste (PSD-Wien), und durch den Samariterbund betrieben.

Verwiesen wurde heute auf Studien, wonach drei bis vier Prozent aller Erwachsenen eine sehr starke Angst bzw. Phobien vor Injektionen, Verletzungen oder Blut haben. „Vier Prozent fürchten sich vor einer Spritze, wurscht worum es geht“, erläuterte Hacker. Andere wiederum meiden Menschenansammlungen und enge Räume oder fühlen sich im Kontakt mit Gesundheitspersonal unwohl. Sie sollen dort optimal betreut werden.

Nicht zuletzt sind auch jene Menschen Zielgruppe, die soziale Folgen der Coronaimpfung befürchten. Dazu zählen etwa Personen, die in ihrem Umfeld die Debatten rund um Covid konflikthaft erleben - etwa weil Freunde oder Angehörige die Impfung ablehnen bzw. Maßnahmengegner sind. Für letztere ist die neue Impfstelle nicht unbedingt gedacht, wurde heute betont. Ansprechen will man vor allem Menschen, die sich durchaus gerne impfen lassen möchten, sich aber bis dato nicht getraut haben.

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