Labordiagnostik

Premiere für vollautomatisierte Laborstraße in Linzer Privatlabor

In Linz ist am Dienstag die erste vollautomatisierte Laborstraße eines oö. Privatlabors im und für den niedergelassenen Ärztebereich angelaufen. 90 verschiedene Analysewerte kann der Roboter bestimmen. Bis zu 800 Röhrchen pro Stunde können durchgeschleust werden, erläuterte myLab-Leiter Paul Niedetzky bei einer Pressevorführung.

red/Agenturen

Die Laborstraße „APTIO“ hat Siemens Healthineers aufgestellt, laut Österreich-Geschäftsführer Joachim Bogner ist diese komplexe Ausführung die erste im niedergelassen Bereich in ganz Österreich. Mit der „modernen Präzisionsmedizin“ könne man zum einen Laborkapazitäten erweitern aber auch Kosten sparen. Über die Kosten der 6,5 Tonnen schweren Anlage war bei der feierlichen Inbetriebnahme auch von Niedetzky nichts zu erfahren.

Grund für die „Investition in die Zukunft“ sei für ihn gewesen, seine 26 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu entlasten. Vor zwei Jahren mit Ausbruch von Corona übernahm der Mediziner das Labor. Seitdem wuchs die Zahl der Proben von rund 800 auf 1.500 pro Tag. Aber nicht allein wegen der Pandemie sei die Nachfrage nach Labormedizin und damit die Anzahl der Überstunden in die Höhe gegangen, so Niedetzky. Geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, wonach niedergelassene Ärzte nur mehr wenige Laborwerte in der eigenen Ordination bestimmen dürfen, haben auch zu mehr Aufträgen für die privaten Labors geführt.

Im Durchschnitt ergeben sich aus den 1.500 an myLab gelieferten Proben 20.000 Analyseparameter. Die Röhrchen kommen bereits mit einem Strichcode versehen ins Labor und werden dann in die Straße gegeben. Anschließend beginnt der automatisierte Bestimmungsprozess. Ein großes Blutbild für eine Gesunden-Untersuchung dauert etwa 30 Minuten. Nach der Analyse werden die Proben in einem Archivschrank, der 15.600 Röhrchen fasst, noch für mindestens eine Woche aufgehoben. Harn- oder Stuhlproben müssen jedoch weiterhin vom medizinischen Fachpersonal analysiert werden. Diese machen rund ein Drittel der täglichen Gesamtproben in den Linzer Labor aus.