Neurowissenschaft

„Sterne“ im Gehirn mitverantwortlich für räumliche Wahrnehmung

Die wegen ihres Aussehens auch Sternzellen genannten Astrozyten scheinen eine wichtige Rolle in der Bildung des räumlichen Gedächtnisses zu spielen. Werden die Verbindungen der „Stern-Netzwerke“ gekappt, büßen erwachsene Mäuse ihre Fähigkeit zum räumlichen Lernen ein. Das berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Zürich im Fachmagazin „Cell Reports“.

red/Agenturen

Netzwerke von Astrozyten bilden im Gehirn eine Art Nervenkitt. Die sternförmigen Zellen schützen die Neuronen, versorgen sie mit Energie und spielen eine entscheidende Rolle bei der Signalübertragung. In einer Studie mit genetisch veränderten Mäusen konnten die Forschenden um die Zürcher Neurowissenschaftler Aiman Saab und Bruno Weber nun zeigen, dass die Astrozyten-Kopplung dazu beiträgt, dass der Hippocampus funktioniert. Das ist eine Hirnregion, die mitverantwortlich für die Bildung des räumlichen Gedächtnisses ist, wie die Universität Zürich am Dienstag mitteilte.

War das Astrozyten-Netzwerk nicht mehr intakt, beobachteten die Forschenden bei den Mäusen denn auch erhebliche Defizite beim räumlichen Lernen und der Gedächtnisbildung. Dies, weil die Signalübertragung gestört und die Informationsspeicherung beeinträchtigt wurde.

Die normale Hirnalterung geht gemäß der Universität Zürich ebenfalls mit Veränderungen der Astrozyten-Kopplung einher. Es sei daher gut möglich, dass die altersbedingt nachlassende Lernfähigkeit und Gedächtnisbildung mit Veränderungen in diesem wichtigen Netzwerk einhergingen.

Service:
Artikel im Fachmagazin „Cell Reports“ hier

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