Coronavirus

Länder trotz angespannter Spitalssituation abwartend

Die Länder geben sich trotz Höchstwerten bei den Infektionszahlen und daraus teils resultierenden Engpässen in den Spitälern hinsichtlich etwaiger Verschärfungen der Corona-Maßnahmen überwiegend abwartend. Neben Wien, das die ohnedies strengeren Maßnahmen beibehält und Spitalsbesuche einschränkt, überlegt Salzburg erneut Verschärfungen, wie die "Salzburger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe) berichten. Dort werden in den Krankenhäusern bereits planbare Operationen verschoben.

red/Agenturen

Daher überlegt man in Salzburg, etwa das Tragen einer FFP2-Maske in Innenräumen wieder verpflichtend zu machen. Eine Entscheidung dürfte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Nachmittag bekannt geben.

In Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol, dem Burgenland und der Steiermark gab man sich diesbezüglich verhalten, man wolle erst mal etwaige weitere Vorgaben des Bundes abwarten. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte am Freitag am Rande einer Pressekonferenz, dass sie für bundeseinheitliche Regeln eintrete - „wo ich immer auf die Empfehlung von Expertinnen und Experten setze“, wie sie bekräftigte. Wichtig sei, dass in den Kliniken in den Intensivstationen derzeit nur wenige Menschen mit Corona betreut würden. Das zeige, dass die Impfung wirke. Aber auch Maske und Abstand seien wichtige Empfehlungen.

Sie wisse, dass Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in intensivem Austausch mit den Experten sei, berichtete die Landeschefin. Sie erwarte nun eine Analyse der Situation: „Und dass es dann auch rasch eine Empfehlung geben wird.“ Eigene Maßnahmen für Niederösterreich kündigte sie nicht an. Sie betonte jedoch, dass es auch dort etwa bereits strenge Regulative in Spitälern und Pflegeheimen gebe, die mit jenen in Wien vergleichbar seien.

Einen Alleingang bei den Maßnahmen schloss auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) auf APA-Nachfrage aus. Man trage die aktuellen Regelungen seitens des Bundes mit. „Ich habe bereits mehrmals betont, dass ich keinen Verordnungs-Fleckerlteppich mehr in Österreich unterstützen werde“, unterstrich Platter und fügte hinzu: „Die Menschen brauchen Klarheit und einheitliche Regelungen - für eine Hü-hott-Politik bin ich nicht zu haben".

Milde Verläufe trotz hoher Infektionszahlen

Auch Platter verwies auf die milden Verläufe trotz aktuell sehr hoher Infektionszahlen. In Tirols Krankenanstalten benötigen aktuell 19 mit Covid-19 infizierte Personen eine intensivmedizinische Betreuung, diese Zahl war seit Wochen stabil. „Aktuell haben wir die Probleme in den Krankenhäusern nicht im Krankenbett, sondern davor - nämlich beim Personal, weil zu viele MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern gleichzeitig in Quarantäne sind“, merkte Platter an.

Im Burgenland sind ebenfalls keine weiteren Verschärfungen geplant, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Dort gelten ohnedies seit 5. März strengere Regelungen für den vulnerablen Bereich wie Alten- und Pflegeheime, hieß es.

Oberösterreichs Landhauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zeigte sich „offen und gesprächsbereit“, was eine FFP2-Maskenpflicht anbelangt, wenn diese von Experten empfohlen werden. „Das muss aber jedenfalls bundesweit einheitlich geregelt werden“, so Stelzer auf APA-Anfrage. Gleichzeitig sollte aber auch über neue Quarantäneregeln diskutiert werden, die dem aktuellen Krankheitsbild der Omikron-Variante entsprechen, betonte Stelzer erneut.

Die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) appellierte am Freitag an die Eigenverantwortung der Menschen: „Ich bitte in Hinblick auf die teils in anderen Bundesländern vorgestellten Maßnahmen, eigenverantwortlich dort Maske anzulegen, wo es geboten erscheint, Abstand zu halten und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Mit Rücksichtnahme und Empathie können wir auch diese Herausforderung in den nächsten Wochen meistern.“ Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) ist seit Dienstag wegen eines positiven Tests in Quarantäne. Er hat bisher keine Symptome und es gehe ihm daher auch gut. Er hofft, dass er sich am Wochenende freitesten kann, hieß es von seiner Sprecherin.