Ärztegesetz

Mediziner können ihre Kollegen künftig anstellen

Ein neues Gesetz diesbezüglich ist in Begutachtung, weitere Neuregelungen betreffen die Ausbildung zum Notarzt und palliativmedizinische Indikationen.

red/Agenturen

Der von der Ärztekammer lange gehegte Wunsch, dass Ärzte andere Ärzte anstellen können, geht nun in Erfüllung. Der Entwurf für ein neues Ärztegesetz, den das Gesundheitsministerium in Begutachtung geschickt hat, sieht diese Möglichkeit vor. Weiters enthalten sind eine neue Ausbildung für Notärzte und eine Neuregelung über den ärztlichen Beistand für Sterbende.

Zur selbstständigen Berufsausübung berechtigte Ärzte dürfen demnach künftig „zum Zwecke einer nicht nur vorübergehenden Erbringung ärztlicher Leistungen“ andere Ärzte anstellen. In Ordinationen darf ein Arzt auf Vollzeitbasis (Vollzeitäquivalent von 40 Wochenstunden) angestellt werden, in Gruppenpraxen höchstens zwei. Für die Patienten ist die freie Arztwahl weiter zu gewährleisten, heißt es in dem Gesetzesentwurf.

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Davon unberührt bleibt die Möglichkeit, Turnusärzte im Rahmen der Lehrpraxis-Ausbildung anzustellen. Ordinationen und Gruppenpraxen dürfen dadurch allerdings keine Organisationsstruktur einer Krankenanstalt in der Betriebsform eines selbstständigen Ambulatoriums aufweisen. Von dieser schon im Regierungsprogramm vorgesehene Maßnahme erhofft sich die Regierung eine Stärkung der Hausärzte und der Versorgung vor Ort sowie eine Attraktivierung des Arztberufes mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, heißt es in den Erläuterungen.

Neugeregelt wird auch die Ausbildung zum Notarzt. Ärzte, die eine solche machen, müssen künftig einen von der Ärztekammer anerkannten Lehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten von zumindest 80 Lehreinheiten zu je mindestens 45 Minuten absolvieren. Außerdem müssen sie zumindest an 20 dokumentierten notärztlichen Einsätzen teilnehmen und einen theoretische und praktische Abschlussprüfung machen.

Palliativmedizinische Neuregelung

Geschaffen wird mit dem Entwurf unter anderem auch eine Regelung über den ärztlichen Beistand für Sterbende. Festgehalten wird dabei zunächst, dass ein Arzt Sterbenden in seiner Behandlung „unter Wahrung ihrer Würde beizustehen“ hat. Weiter heißt es dann im Gesetzesentwurf wörtlich, dass es bei Sterbenden „auch zulässig“ sei, „im Rahmen palliativmedizinischer Indikationen Maßnahmen zu setzen, deren Nutzen zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen im Verhältnis zum Risiko einer Beschleunigung des Verlusts vitaler Lebensfunktionen überwiegt“.

Klargestellt wird in den Erläuterungen auch, „dass keinesfalls eine Rechtsgrundlage für Euthanasie geschaffen wird, es sich vielmehr um eine indizierte ärztliche Maßnahme bei einem laufenden Sterbeprozess handelt“. Die Begutachtungsfrist läuft bis 8. November.

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Für 88 Prozent der befragten Patienten war wichtig, dass die Fachärzte (Internisten, Kardiologen) gut über Herzinsuffizienz informiert sind. Dass ihre Hausärzte Wissen über die Erkrankung aufweisen, war für 82 Prozent bedeutend.
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