Camerata Medica

Wenn Mediziner miteinander musizieren

2004 gegründet, wartet das Orchester mit einem anspruchsvollen Programm auf. Am 4. November findet das nächste Konzert statt.

red/Agenturen

Ein 60-köpfigen Ensemble nicht nur aus Ärzten und Medizintechnikern, sondern auch aus den Bereichen  Pharmazie, Pflege oder Physiotherapie- hier haben sich Musiker unter dem Namen „Camerata Medica“zusammengefunden, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft, der Musik, zu frönen.

Am 4. November um 11 Uhr, spielt die Camerata Medica nun in der Arena21 im Wiener Museumsquartier. Auf dem Programm dieser von Nicolas Radulescu dirigierten Matinee stehen Werke von Beethoven, Rossini und Saint-Saëns. Solist ist Rudolf Leopold. Für ihn macht man eine Ausnahme. Er hat nämlich   nämlich nicht Medizin, sondern Violoncello, Klavier und Komposition studiert.

Anspruchsvolle Problenlogistik

Die Bestrebungen, sich gemeinsam mit Kollegen unterschiedlichster Disziplinen nach einem stressigen Tag in der Klinik oder der Praxis noch der Musik zu widmen, sind mannigfaltig. Die Wiederbelebung des ehemaligen "Wiener Ärzteorchesters", dessen traditionsreiche Geschichte im späten 19. Jahrhundert begann und durch den Zweiten Weltkrieg endete, gilt als eines der Ziele des 2004 durch den Wiener Orthopäden Martin Donner neu gegründeten Vereins. Als Kammerorchester gegründet, stehen mittlerweile auch große sinfonische Werke am Programm und trotz durchaus anspruchsvoller Probenlogistik wird jedes Jahr versucht, drei komplette Programme neu zu erarbeiten.

Die Musik soll ein Zeichen setzen

"Wir möchten gerade in Zeiten wie diesen, in der Menschlichkeit immer mehr auf der Strecke zu bleiben scheint, ein aktives Statement setzen", nennt Orchestermitglied und Gynäkologin Melisande Messner einen der Gründe für das gemeinsame Musizieren. "Wir möchten zeigen, dass es in der Gesellschaft trotzdem immer noch Orte der Erneuerung, Menschen des anders Denkens gibt." Messner-Kolp wuchs in einer Familie auf, in der Musik stets einen hohen Stellenwert einnahm und lernte schon früh Klavier und Violine zu spielen. Den Mittwochabend, üblicherweise der Probeabend des Orchesters, bezeichnet sie als einen Zeitraum, der allen Mitgliedern als "heilig" gilt. "Dieser Fixtermin, die Orchesterprobe, wird freigehalten, außer man ist krank.“

Nächstes Benefizkonzert am 7. März 2019

Die Österreichische Ärzte- und Apothekerbank unterstützt das Projekt. "Wir freuen uns sehr, dass diese Kooperation mit der Camerata Medica zustande gekommen ist. Auch, dass wir als Standesbank der Apotheker und Ärzte mit Apothekern und Ärzten zusammenarbeiten können, macht uns große Freude", wird Othmar Schmid, Vorstandsvorsitzender der Bank, zitiert.

Ein besonderes Anliegen stellen Benefizkonzerte dar. Dadurch konnten bereits u.a. das Kinderkrebsforschungsinstitut des St. Anna-Kinderspitals, "Ärzte ohne Grenzen" oder die österreichische Flüchtlingshilfsorganisation Hemayat unterstützt werden. Das nächste karitative Konzert am 7. März 2019 in den Sofiensälen soll zugunsten der Volkshilfe Österreich stattfinden.

 

Orchester Camerata Medica
Am 4. November wird "Camerata Medica" im Museusmquartier ein Konzert spielen.
Camerata Medica