Fragen zur Sexualität

Aids-Hilfe Steiermark kommt in die Schulen

Für Jugendliche, die sich über Sex, sexuelle Gesundheit und Aids-Prävention informieren wollen, sind Schulen ein wichtiger Ort. Allerdings möchten sie sich das Wissen dort nicht von ihren Lehrern, sondern von externen Experten holen. Die Aids-Hilfe Steiermark erreichte im Vorjahr mit ihren Workshops in Schulen mehr als 13.000 Jugendliche, hieß es am Dienstag im Grazer Pressegespräch.

red/Agenturen

Für jeden Schüler kommt der Tag, an dem das theoretische Wissen über die reproduktive Biologie nicht mehr ausreicht: Was passiert mit dem Sperma, wenn das Mädchen es schluckt, muss man beim Analverkehr auch ein Kondom verwenden, kann der Penis im steifen Zustand brechen oder knicken oder wie lange ist der Penis eines 14-Jährigen? Das sind Fragen die Heranwachsende laut Aids-Hilfe Steiermark unter anderem beschäftigen - und die sie nicht von ihren Lehrern beantwortet bekommen wollen.

Jugendliche weisen große Wissenslücken auf

„Jugendliche haben was das Basiswissen Sex betrifft große Wissenslücken“, schilderte Flora Hutz von der steirischen Beratungsstelle. 13.666 fanden Antworten in den bis zu sechsstündigen Schul-Workshops der Aids-Hilfe Steiermark. Eine parallel dazu geführte - nicht repräsentative - Befragung von etwa 220 Burschen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren aus zwei Berufsschulen hat interessante Details zutage gebracht.

„Verhütung, sexuell übertragbare Krankheiten und Informationen zu HIV und Aids sind für die Burschen und Mädchen zentrale Themen“, hielt Geschäftsführer Manfred Rupp fest. Das Internet spielt bei rund einem Drittel der befragten Jugendlichen eine Rolle, wenn es um Informationen zur Sexualität und sexuelle Gesundheit geht, die Schule ist bei mehr als zwei Dritteln jedoch der wichtigste Ort, an dem man sich Informationen darüber holt. „Aber wenn man Fragen hat, geht man eher nicht zum Lehrer“, führte Rupp weiter aus. Mädchen wenden sich an eine Freundin oder Freund, an die Mutter oder suchen einen Mediziner auf. Burschen informieren sich hingegen an vorderster Stelle im Internet und bei Freunden, der Vater wurde von jedem fünften Burschen genannt.

Was wohl auch keinem Lehrer erzählt werden würde: Ihren ersten Geschlechtsverkehr haben die Jugendlichen im Durchschnitt im Alter von 15 Jahren, die durchschnittliche Anzahl der Partnerinnen und Partner lag zum Zeitpunkt der Befragung bei den Mädchen bei 3,7 und 4,8 bei den Burschen. 66 Prozent der jungen Männer und 72 Prozent der Mädchen haben vor dem ersten Mal mit dem Sex-Partner über die Verhütung geredet, legte Studien-Co-Autor Christian Scambor dar. Knapp 90 Prozent beider Geschlechter verhütete dann mit Kondom. „Das ist ein gutes Ergebnis, aber es verschiebt sich dann zur Pille“, berichtete Scambor.