Deutschland

Experten fordern höhere Impfquote gegen Papillomviren

Zum Schutz vor krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) müssen sich nach Überzeugung von Experten in Deutschland mehr Jugendliche impfen lassen. Die im Vergleich der Industrieländer geringe Impfquote von 31 Prozent (2015) bei den 15-Jährigen in Deutschland müsse innerhalb der nächsten fünf Jahre auf mindestens 70 Prozent wachsen.

red/Agenturen

Dies forderten Experten aus Gesundheitswesen, Forschung und Politik am Dienstag als Ergebnis des „Runden Tisches zur Ausrottung HPV-assoziierter Krebserkrankungen“. Dazu hatte das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg eingeladen.

Die Impfung ist vor allem als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bei Frauen bekannt, wird aber seit 2018 auch Jungen empfohlen. Die Erreger werden vor allem sexuell übertragen. Bei den Jungen verringert die Impfung die Wahrscheinlichkeit, an Anal-, Penis-, Mund- und Rachenkrebs zu erkranken. Nach dem ersten Sexualkontakt kann die Impfung nicht mehr wirken.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland nach Berechnungen des Krebsforschungszentrums etwa 7700 Menschen an Krebsarten erkrankt, die auf eine HPV-Infektion zurückzuführen sind.
 

HPV
In Österreich können sich Mädchen und Buben zwischen dem neunten und elften Geburtstag (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres) kostenlos gegen HPV impfen lassen.
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