Geburtsstationen

KAV garantiert: Versorgung in Wien gesichert

Infolge des Ärztekammer-Aufschreis zum angeblichen Personalmangel im Bereich der Neonatologie (Versorgung von Frühchen) und in Geburtsstationen in Wien hat sich am Dienstagnachmittag nun der Krankenanstaltenverbund zu Wort gemeldet. In beiden Bereichen sei die Versorgung gesichert, beruhigte der Medizinische KAV-Direktor Michael Binder. „Herausforderungen“ gebe es aber in der AKH-Neonatologie.

red/Agenturen

In der aktuellen Debatte würden zwei Dinge vermischt - nämlich Geburtshilfe und Neonatologie, beklagte Binder in einer Aussendung: „Hier werden Menschen völlig zu Unrecht verunsichert.“ Fest stehe: „Jede Wienerin kann ihr Kind selbstverständlich in einem Wiener Spital entbinden.“ Es gebe 18.000 Geburtsplätze in den öffentlichen Krankenhäusern. Mit der Inbetriebnahme des zentralen Geburtsanmeldeservices sei es zudem seit dem Frühjahr leichter, einen Platz im Wunschspital zu bekommen.

Davon zu unterscheiden sei die medizinische Versorgung von Frühgeborenen ab der 23. Schwangerschaftswoche. Hier sei die psychische Belastung bei Pflegekräften besonders groß, was auch erkläre, „weshalb es schwierig ist, genügend Fachkräfte für die Neonatologie zu rekrutieren und zu halten“, räumte der KAV ein. Das auf diesen Zweig spezialisierte AKH sei freilich hier besonders von Fluktuationen betroffen. Peter Husslein, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde, hatte zuletzt in einem Mail von 160 fehlenden Pflegekräften gesprochen.

„Wir haben nie bestritten, dass wir an dieser Stelle vor der Herausforderung stehen, Dienstposten immer wieder neu zu besetzen“, meinte AKH-Direktor Herwig Wetzlinger, der auch stellvertretender KAV-Generaldirektor ist, heute: „Das ist und wird vermutlich immer eine Herausforderung bleiben. Es ist eine psychisch sehr belastende Arbeit, der die Pflegerinnen und Pfleger sich täglich zu stellen haben.“ Und er fügte hinzu: An den anderen KAV-Häusern habe man „viel weniger Mühe“, genügend neonatologische Pflegekräfte zu finden.