Ärzte ohne Grenzen

Schwere Überschwemmungen im Südsudan verschärfen humanitäre Krise

Schon jetzt benötigen sieben Millionen Menschen - zwei Drittel der Bevölkerung des Südsudans - dringend humanitäre Hilfe. Nun verschärfen schwere Überschwemmungen ihre Situation noch zusätzlich: Es drohe ein Anstieg von lebensbedrohlichen Krankheiten und Giftschlangenbissen, warnte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Dienstag. Auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung sinke.

red/Agenturen

Nach Schätzungen des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) sind im Osten und Südosten des Südsudan mehr als 200.000 Menschen von schweren Überschwemmungen betroffen. Auch Einrichtungen der Ärzte ohne Grenzen (MSF) seien überschwemmt worden, berichtete die NGO. In Pibor, im Osten des Landes, wurde etwa ein Krankenhaus vollständig überflutet. Um die Gesundheitsversorgung weiterhin zu gewährleisten, baute man zwar eine Zeltanlage auf einer Anhöhe, doch auch diese dürfte in wenigen Tagen überflutet sein, befürchtet die NGO. Auch im Nordosten des Landes sei die Lage kritisch.

„Wir machen uns große Sorgen um die Bevölkerung in den Randgebieten um Pibor und Maban“, so Kim Gielens, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Südsudan, in der Aussendung. „Mit steigendem Wasserspiegel und verschmutztem Wasser steigt das Risiko eines Ausbruchs von lebensgefährlichen Krankheiten wie Cholera oder Hepatitis A.“ Auch bei akuten wässrigen Durchfällen, Malaria und Atemwegsinfektionen, drei der größten Todesursachen im Südsudan, sei mit einem raschen Anstieg zu rechnen.

Schlangenbisse nehmen enorm zu

Durch die Überschwemmungen wurden außerdem viele Nahrungsmittelvorräte zerstört. Weiters könnte es durch das Hochwasser zu einer Zunahme der durch Insekten übertragenen, lebensbedrohlichen Malaria kommen. Internationale und nationale Organisationen müssten unverzüglich tätig werden, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Unterkünften und medizinischer Versorgung sicherzustellen, forderte Gielens.

Besorgniserregend sei auch das Risiko einer Zunahme von Schlangenbissen. Denn wie die von den Überschwemmungen vertriebenen Menschen bewegen sich auch Giftschlangen in Richtung der trockenen Gebiete. Zum Krankenhaus in Pibor, wo bisher Schlangenbisse behandelt wurden, hätten die Menschen nun keinen Zugang mehr.