Schweizer Behörden warnen vor illegalen Potenzpillen aus dem Internet

Wer ohne Rezept im Internet Erektionsförderer bestellt, riskiert seine Gesundheit. Zu diesem Schluss kommt das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic nach der Analyse von 140 Präparaten.

red/Agenturen

Über ein Drittel war falsch dosiert, bei rund 15 Prozent stellte das Swissmedic-Labor eine massive Überdosierung fest. Eine Tablette habe 80 Milligramm Wirkstoff erhalten, das Vierfache der maximalen Tagesdosis, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Das sei besonders bedenklich, weil der Wirkstoff im Körper relativ langsam abgebaut wird.

Der Fokus der Untersuchungen lag auf Präparaten mit dem Wirkstoff Tadalafil. Dieser ist seit 2002 auf dem Markt. Das Präparat Cialis, das auf Tadalafil basiert, wirkt ähnlich wie das besser bekannte Viagra. Bei Überdosierungen könne es bei Personen mit Risikofaktoren zu schwerwiegenden Zwischenfällen mit Herzrhythmusstörungen oder gar einem Herzinfarkt kommen, schreibt Swissmedic.

Ein Teil der untersuchten Präparate enthielten kaum oder andere als die angegebenen Wirkstoffe. Nur bei Arzneimitteln aus kontrollierten Bezugsquellen sei gewährleistet, dass die Qualität den Anforderungen entspreche und die Gesundheit nicht gefährdet werde, schreibt Swissmedic.

Seit Anfang Jahr werden illegal importierte Arzneimittel im so genannten vereinfachten Verfahren bearbeitet. Dabei werden für illegale Sendungen keine Verfahrenskosten verrechnet, sofern die Empfänger damit einverstanden sind, dass die Ware vernichtet wird. Bei wiederholtem Import wird aber ein ordentliches Verwaltungsverfahren eröffnet, beim illegalen Arzneimittelimport großer Mengen ein Strafverfahren.