Innsbrucker Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat neuen Direktor

Die Innsbrucker Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie) hat einen neuen Direktor. Andreas Kolk, gebürtiger Deutscher und 53 Jahre alt, will neben dem in Innsbruck bereits bestehenden Schwerpunkt der Traumatologie auch die translationale Tumortherapie zukünftig in den Mittelpunkt der Klinik rücken, sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

red/Agenturen

Kolk, der zuvor leitender Oberarzt und stellvertretender Leiter der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Klinikum rechts der Isar in München war, legte einen Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit auf das Gebiet der Tumortherapie. Die häufigste Tumorart in seinem Fachbereich sei das Schleimhautkarzinom in der Mundhöhle. An der Innsbrucker MKG-Chirurgie werden 50 bis 60 derartige Fälle pro Jahr behandelt, weitere 80 bis 90 an der HNO-Klinik, erklärte Kolk.

Die Prognose bei dieser Krebsform hänge wesentlich vom Stadium ab, in dem sich die Krankheit befinde, so der Mediziner. Statistisch gesehen würden aber nach fünf Jahren noch etwa 50 Prozent der Patienten leben, fügte er hinzu. Ursache für ein Schleimhautkarzinom seien unter anderem Nikotin- und Alkoholmissbrauch.

Neben der Tumortherapie sei in Innsbruck aufgrund zahlreicher Mountainbike- und Skiunfälle aber auch die Traumatologie ein ganz wesentlicher Faktor, waren sich der Rektor der Med-Uni, Wolfgang Fleischhacker, und Alexandra Kofler, ärztliche Direktorin der Klinik Innsbruck, einig. „Insgesamt werden 1.600 stationäre Fälle mit Tumoren, Verletzungen, angeborene Fehlbildungen im Gesicht oder oral-chirurgische Erkrankungen pro Jahr an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt“, so Kofler. Sowohl Kofler, als auch Fleischhacker zeigten sich über die Bestellung Kolks zum Klinikdirektor sehr erfreut.

Besonderen Wert will Kolk auch auf die Lehre legen und so den chirurgischen Nachwuchs am Standort Innsbruck langfristig sichern. Doch auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei ihm wichtig, meinte der Deutsche. Er soll unter anderem auch beim neuen kranofazialen Zentrum an der Innsbrucker Klinik mitwirken. Hier sollen vor allem angeborene Missbildungen, wie etwa die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte behandelt werden.